Eine baldige Verschärfung des Urheberrechts in den USA ist unwahrscheinlich: Nach den massiven Protesten im Internet, angeführt von der Online-Enzykopädie Wikipedia ist die für nächste Woche geplante Abstimmung über ein entsprechendes Gesetz erst einmal vom Tisch. Wikipedia hatte sein englischsprachiges Angebot am Mittwoch vorübergehend abgeschaltet.
Am Freitag verschoben beide Kammern des US-Kongresses geplante Vorabstimmungen über ihre jeweiligen Gesetzentwürfe, die im Kampf gegen Raubkopien auch Netzsperren vorsehen. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, begründete im Kurzmitteilungsdienst Twitter die Verschiebung mit den "jüngsten Ereignissen". Allerdings erwarteten viele Amerikaner zu Recht, dass ihre Arbeit fair entlohnt werde. Daher hoffe er, dass in den kommenden Wochen ein Kompromiss erreicht werden könne.
Reid wies auf Schäden in Milliardenhöhe und die Folgen für den Arbeitsmarkt durch Urheberrechtsverletzungen im Internet hin. Er riet jedoch den Autoren des Gesetzes zu noch größeren Anstrengungen, "eine Balance zwischen dem Schutz von US-Urheberrechten und der Gewährleistung der Offenheit und Innovationskraft des Internets" zu finden, hieß es in der Mitteilung des Mehrheitsführers.
Angesichts des Widerstandes gegen PIPA und SOPA war laut dem US-Sender CBS kaum damit zu rechnen, dass die Vorlage im Senat bei der Abstimmung am Dienstag auf die nötigen 60 Stimmen gekommen wäre.
(APA/dpa/ag.)

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