Vor den Parlamentswahlen im September verschärfen sich die Spannungen in Afghanistan. Präsident Karzai hat den Plan der US-Regierung kritisiert, im Juli 2011 mit dem Truppenabzug zu beginnen. Die entsprechende Ankündigung von US-Präsident Obama habe "den Feinden Auftrieb gegeben", sagte Karzai in Kabul. Nach Einschätzung der USA drohen in den Wochen bis zur Wahl am 18. September mehr Anschläge.
Laut Karzai sind beim Wiederaufbau des Landes nach Jahrzehnten des Kriegs zwar deutliche Fortschritte erzielt worden, der Kampf gegen die Taliban und Al-Kaida sei aber ins Wanken geraten. Gründe dafür seien die zivilen Opfer bei NATO-Einsätzen und das unzureichende Vorgehen gegen Terroristen im benachbarten Pakistan.
Bei einem NATO-Luftangriff auf Taliban-Kämpfer im Osten Afghanistans sind nach Angaben der örtlichen Polizei sechs Kinder getötet worden. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren hätten in den Bergen der an Pakistan grenzenden Provinz Kunar nach alten Metallteilen gesucht, sagte der Chef der Provinzpolizei, Khalilullah Siayee, am Freitag. Sie seien getötet worden, als die NATO am Donnerstag aus der Luft gegen Taliban vorgegangen sei. Ein weiteres Kind sei verletzt worden. Die NATO-Truppe ISAF teilte in einer Stellungnahme mit, die Vorwürfe würden untersucht. Sie bestätigte, in der Region einen Luftangriff auf Taliban geführt zu haben. Dabei seien vier Taliban getötet worden. Die Gegend gilt als Hochburg der islamistischen Aufständischen.
Seit Jahresbeginn wurden in Afghanistan 465 Soldaten der internationalen Truppen getötet. Im Kampf gegen die Aufständischen sind mehr als 140.000 ausländische Soldaten im Einsatz, zwei Drittel von ihnen kommen aus den USA.
(APA/ag./dpa)

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