Quelle: ZAMG

Staatschefs von Süd- und Nordkorea trafen sich erneut

26.05.2018 - 20:10
Suche nach Weg für Gipfel zwischen Kim und Trump© APA (AFP)Suche nach Weg für Gipfel zwischen Kim und Trump

Überraschend sind der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un zum zweiten Mal innerhalb eines Monats zu persönlichen Beratungen zusammengekommen. Sie trafen sich nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamts am Samstag für rund zwei Stunden im Grenzort Panmunjom, anders als beim ersten Treffen Ende April diesmal aber auf nordkoreanischer Seite.

Gesprochen worden sei bei dem im Voraus nicht angekündigten Gespräch unter anderem "über Wege, ein erfolgreiches Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea zu ermöglichen". Hintergrund für das überraschende neuerliche Treffen der beiden Staatschefs war das jüngste diplomatische Verwirrspiel zwischen den USA und Nordkorea. US-Präsident Donald Trump hatte sein bisher für den 12. Juni geplantes Gipfeltreffen mit Kim am Donnerstag abgesagt, binnen eines Tages dann aber doch wieder für möglich erklärt. Nötigenfalls könne die Begegnung um einen Tag verlängert werden, hieß es.

Erst am 27. April waren Moon und Kim in dem Grenzort Panmunjom in der entmilitarisierten Zone zwischen ihren beiden Staaten zu einem als historisch eingestuften innerkoreanischen Gipfel zusammengekommen. Dabei sprachen sie sich für einen Friedensschluss und eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel aus.

In der Mitteilung aus Seoul hieß es nun, Moon und Kim hätten bei ihrem neuen Treffen am Samstag über die Möglichkeiten gesprochen, ihre Vereinbarungen vom 27. April umzusetzen und für einen Erfolg eines Gipfeltreffens zwischen Nordkorea und den USA zu sorgen. Weitere Informationen gab es zunächst nicht. Moon wollte demnach am Sonntag eine Stellungnahme abgeben.

Der Konflikt um Nordkorea und dessen Atom- und Raketenprogramme beschäftigt die weltweite Staatengemeinschaft seit Jahrzehnten. Das weitgehend isolierte Land, dessen wichtigster Verbündeter China ist, verfügt nach Angaben der Führung in Pjöngjang über Atomwaffen, mit denen es seine Nachbarstaaten, aber auch die USA bedrohen könnte.

Seit Jahresbeginn hatte es im angespannten Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea dann mehrere Wendungen gegeben. Im März hatte Kim den US-Präsidenten zu einem Gipfeltreffen eingeladen, was Trump annahm. In den vergangenen Wochen schwanden die Chancen auf das mögliche historische Treffen wieder.

Am Donnerstag sagte Trump das Gipfeltreffen unter Verweis auf "offene Feindseligkeit" Nordkoreas ab. Nachdem sich das Land trotzdem weiterhin offen für direkte Gespräche erklärte, änderte Trump erneut den Kurs und erklärte kaum 24 Stunden später, das geplante Gipfeltreffen sei weiter möglich. Südkorea begrüßte diese Ankündigung am Samstag. Am selben Tag gab das Weiße Haus bekannt, eine Delegation solle am Sonntag zur Vorbereitung des Treffens nach Singapur reisen.

Der Politologe Koh Yu-hwan von der Dongguk-Universität erklärte, das Treffen zwischen Moon und Kim am Samstag habe dazu gedient, die "durch Kommunikationspannen verursachten Missverständnisse zwischen Washington und Pjöngjang auszuräumen und die Grundlagen für den US-Nordkorea-Gipfel zu legen. Adam Mount von der US-Wissenschaftsvereinigung betonte, Südkoreas Staatschef Moon bleibe gar nichts anderes übrig, als sich weiter für Annäherung einzusetzen: "Er muss sein Volk vor einem Krieg beschützen."

Die USA und Südkorea wollen erreichen, dass Nordkorea seine Atomwaffen abrüstet. Nordkoreas kommunistische Führung sieht die Raketen, die nach ihren Angaben auch die USA treffen können, aber als Absicherung des eigenen Herrschaftssystems.

Präsident Trump teilte am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass innerhalb der US-Regierung bezüglich der Nordkorea-Strategie Einigkeit bestehe. Damit dementierte Trump Medienberichte, denen zufolge der Nationale Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo unterschiedliche Ansätze vertreten.

(APA/dpa/ag.)

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