Quelle: ZAMG

Immer schrilleres Wortgefecht zwischen Trump und Kim Jong-Un

22.09.2017 - 22:23
Der nordkoreanische Machthaber nannte Trump "geistesgestört"© APA (AFP)Der nordkoreanische Machthaber nannte Trump "geistesgestört"

Immer schrilleres Wortduell zwischen Donald Trump und Kim Jong-un: Der US-Präsident und der nordkoreanische Machthaber haben sich gegenseitig als geisteskrank beschimpft. Kim nannte Trump am Freitag aber nicht nur einen "geistig umnachteten senilen Amerikaner", sein Außenminister drohte zugleich mit Zündung einer Wasserstoffbombe außerhalb des nordkoreanischen Territoriums.

Trump hatte den rhetorischen Schlagabtausch um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm Dienstag in seinem ersten Auftritt vor der UNO-Vollversammlung angeheizt, indem er warnte, das US-Militär würde das ostasiatische Land notfalls "völlig zerstören". Kim konterte nun mit der Drohung, er werde den US-Präsidenten "für seine Rede teuer bezahlen lassen".

Trump habe ihn und sein Land "vor den Augen der Welt beleidigt und die wildeste Kriegserklärung der Geschichte abgegeben", hieß es in einer von den nordkoreanischen Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Staatschefs. Die Drohungen des US-Präsidenten hätten ihm aber weder Angst gemacht noch ihn gestoppt. Er werde den US-Präsidenten "endgültig mit Feuer zähmen", erklärte Kim und drohte mit den "kompromisslosesten Gegenmaßnahmen der Geschichte".

Der nordkoreanische Außenminister Ri Yong-ho deutete zudem am Rande der UNO-Generaldebatte in New York an, sein Land könne eine weitere Wasserstoffbombe zünden - dieses Mal außerhalb des eigenen Staatsgebietes. "Ich denke, es könnte ein Wasserstoffbombentest von beispiellosem Ausmaß vielleicht über dem Pazifik sein", sagte er. Die Entscheidung liege jedoch "bei unserem Führer".

Trump reagierte auf die jüngsten nordkoreanischen Drohungen, indem er in seinem persönlichen Attacken auf Kim noch einmal nachlegte. Dieser sei "offensichtlich ein Verrückter, dem es gleichgültig ist, dass er sein eigenes Volk aushungert oder tötet", schrieb der US-Präsident auf Twitter. Er warnte den nordkoreanischen Staatschef, dieser werde "auf die Probe gestellt werden wie nie zuvor".

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bot neuerlich eine Vermittlung im Nordkorea-Konflikt an. Es gebe "nur eine diplomatische Lösung, alles andere führt ins Unglück", sagte sie bei einem Wahlkampfauftritt in Heppenheim.

Auch China und Russland forderten zur Zurückhaltung auf. Ein chinesischer Außenamtssprecher nannte die Lage auf der koreanischen Halbinsel "kompliziert und heikel". Alle "maßgeblichen Parteien sollten Zurückhaltung üben und "aufeinander zugehen" anstatt sich "gegenseitig zu provozieren".

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte sowohl die martialischen Drohungen Trumps als auch die "abenteuerliche Politik" Pjöngjangs. "Die militärische Hysterie führt nicht nur in die Sackgasse, sondern auch zur Katastrophe", warnte er in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung. Lawrow sprach bei einer Pressekonferenz von einem "Kindergartenkampf". Er warnte in New York zudem davor, den Konflikt mit Nordkorea mit dem Streit um das iranische Atomprogramm zu vermischen.

Nordkorea hatte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Wochen mit seinem sechsten Atomwaffentest sowie neuen Raketentests in Unruhe versetzt. Trump bezeichnete Kim daraufhin in seiner UNO-Rede als "Raketenmann", der sich auf einer "Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime" befinde.

Am Donnerstag verkündete der US-Präsident dann neue Maßnahmen zur Erhöhung des wirtschaftlichen Drucks auf das ostasiatische Land. Ausländische Unternehmen und Finanzinstitutionen mit Geschäftsverbindungen nach Nordkorea sollen sanktioniert werden. Auch die EU beschloss neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Der UNO-Sicherheitsrat hatte bereits vergangene Woche als Reaktion auf den jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest weiter an der Sanktionsschraube gedreht.

(APA/ag.)

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