Quelle: ZAMG

Trump verteidigt "perfekte" Worte zu Rassismus und Neonazis

23.08.2017 - 13:36
US-Präsident Trump lobt sich selbst© APA (AFP)US-Präsident Trump lobt sich selbst

US-Präsident Donald Trump hat bei einer Großkundgebung in Arizona neuerlich seine umstrittene Position zu Rassisten und Neonazis in den USA verteidigt und die Medien angegriffen. Nach den gewalttätigen Zusammenstößen bei einer Rassistendemo in Charlottesville habe er sofort und eindeutig ablehnend reagiert, sagte Trump in der Nacht auf Mittwoch in Phoenix. Seine Worte seien "perfekt" gewesen.

Er habe dabei sich in seinen Äußerungen immer auch gegen rechte Gruppierungen wie den Ku Klux Klan ausgesprochen, sagte Trump. Es sei die Schuld der Medien, dass darüber nicht korrekt berichtet worden sei. "Die einzigen, die Hassgruppen eine Plattform bieten, sind die Medien und die Fake News Medien", sagte Trump. "Die Reporter mögen unser Land nicht.

Trump war für seine als verharmlosend wahrgenommene Reaktion auf Charlottesville scharf kritisiert worden. Er hatte die Gewalt, bei der eine Frau von einem mutmaßlichen Rechtsextremen mit einem Auto getötet worden war, "vielen Seiten" zugesprochen. Er nannte Neonazis und Rassisten erst Tage später beim Namen, um danach wieder auf seine ursprüngliche Reaktion zurückzufallen.

Nun meldete sich auch der ehemalige US-Geheimdienstdirektor James Clapper zu Wort und zweifelte Trumps Tauglichkeit für das Präsidentenamt an. In einem Interview des US-Fernsehsenders CNN am Dienstag wertete er es als "ausgesprochen beängstigend und verstörend", dass Trump Zugang zu den Atomcodes hat.

Clapper fügte hinzu, dass er in seiner Tätigkeit für den Geheimdienst, die unter John F. Kennedy begonnen und bis zum Ende der Amtszeit von Barrack Obama gedauert habe, noch nie eine derart verstörende Rede von einem Präsidenten gehört habe. "Ich bezweifle wirklich seine Fähigkeit und seine Tauglichkeit, dieses Amt zu bekleiden", so Clapper. Er tadelte zudem die "vollständige intellektuelle, moralische und ethische Leere, die der Präsident zur Schau stellt".

Clapper erklärte, dass Trump auch eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen könne, da er Zugriff zu den Atomcodes habe. Falls er sich dazu entscheide, gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un vorzugehen, gebe es wenig, was ihn aufhalten könne. Clapper nannte dies "verdammt furchterregend".

Der ehemaliger Direktor der National Intelligence Agency (NIA) setzt seine Hoffnung in die Republikanischer Partei und hofft, dass "umsichtige Republikaner" zum Schluss kommen, dass "das Maß voll" sei. "Wie lange noch muss das Land diesen Albtraum ertragen?", fügte er hinzu. Clapper bezog sich dabei auf die Aussage des Republikanischen Senators und Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell. McConnell hatte am Dienstag öffentlich Trumps Fähigkeit angezweifelt, die Republikanische Partei in den Mid-Term-Elections 2018 anzuführen, bei denen das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel der US-Senatoren neu gewählt werden.

Die Veranstaltung in Phoenix wurde von mehreren tausend Menschen besucht. Vor der Halle protestierten ebenfalls einige Tausend überwiegend friedlich.

Trotz der seiner Meinung nach "perfekten" Worte kehren weitere Berater dem US-Präsidenten den Rücken. Wie das Präsidialamt am Dienstag mitteilte, legten mehrere Mitglieder des Nationalen Infrastrukturbeirates (NIAC) ihre Posten nieder. Sie seien von der Vorgängerregierung ernannt worden. Wie viele Mitglieder das Gremium verließen und warum, war zunächst unklar. Der Beirat habe am Dienstag mit der Mehrzahl der Mitglieder getagt, hieß es in der Mitteilung.

Nach den Äußerungen Trumps hatten bereits zahlreiche Manager aus der Wirtschaft ihre Beratertätigkeit für den Präsidenten eingestellt. Er selbst setzte zwei Gremien ab, um offenbar einer Selbstauflösung zuvorzukommen. Hintergrund ist der Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville in Virginia, bei dem eine Gegendemonstrantin getötet wurde. Trump sagte danach, es habe auf beiden Seiten "sehr gute Leute" gegeben. Zudem wurde ihm vorgeworfen, rechte Gewalt nicht deutlich genug verurteilt zu haben.

(APA/dpa)

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