Quelle: ZAMG

Nach Trumps CNN-Attacke Gewalt gegen Journalisten befürchtet

03.07.2017 - 13:00
Der US-Präsident sorgt weiter für Aufregung© APA (AFP)Der US-Präsident sorgt weiter für Aufregung

Die symbolische Prügel-Attacke von US-Präsident Donald Trump auf den Fernsehsender CNN hat bei vielen Medien Schock und Sorge ausgelöst. Der Vorsitzende der Organisation Reporters Committee for Freedom of the Press, Bruce Brown, erklärte, Trump drohe mit dem Video Gewalt gegen Journalisten an. Das sei unter der Würde seines Amts, "leider aber nicht unter der Würde dieses Präsidenten".

Der US-Präsident hatte am Sonntag auf seinem persönlichen Twitter-Konto ein Video veröffentlicht, in dem er symbolisch auf den Nachrichtensender CNN einprügelt: Auf dem Video reißt Trump am Rande eines Wrestlingrings einen Mann zu Boden und schlägt mit den Fäusten auf ihn ein - das Gesicht des Opfers ist allerdings nicht zu sehen, an seiner Stelle prangt das Logo des US-Fernsehsenders CNN.

Am Ende des Videos, in dem sich die Prügelszene mehrmals wiederholt, erscheint das Logo FNN und die Bezeichnung "Fraud News Network" (Betrüger-Nachrichtennetzwerk). Das Original des Videos enthielt das CNN-Logo nicht und ist zehn Jahre alt. Es stammt aus der Zeit, als Trump als Gaststar regelmäßig zu spektakulären Ringkämpfen eingeladen war.

Bei dem vermeintlichen Prügelopfer handelt es sich um Trumps Freund Vince McMahon, einen milliardenschweren Organisator berühmter Wrestling-Veranstaltungen. Die als Scherz gemeinte Scheinattacke fand am Rande des sogenannten Kampfs der Milliardäre statt, bei dem zwei Wrestler stellvertretend für Trump und McMahon im Ring antraten.

Der Chefredakteur der "New York Times", Dean Baquet, erklärte, dass Trump zu einer "derartigen Wut auf die Medien" ermutige, sei "ungehörig". Sie habe "große Angst, dass eines Tages ein Journalist - möglicherweise einer der politischen Korrespondenten, den ich kenne - sein Leben lassen wird", schrieb die Journalistin des US-Magazins "The Atlantic", Anni Lowrey auf Twitter.

CNN bezeichnete es als "traurigen Tag, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zu Gewalt gegen Reporter ermuntert". Statt ein "unreifes Verhalten" an den Tag zu legen, das "weit unter der Würde seines Amts" liege, sollte sich Trump auf seine Arbeit konzentrieren.

Der Sicherheitsberater im Weißen Haus, Tom Bossert, verteidigte hingegen das Video. Er denke, niemand habe es als eine Drohung angesehen, erklärte Bossert. Trump müsse von den Kabelsendern oftmals Prügel einstecken und habe das Recht, darauf zu reagieren.

Das Weiße Haus stellte das Video unterdessen auf das offizielle Twitter-Konto des Präsidenten. Bis Montagmittag wurde es bereits 281.000 Mal weitergeleitet und erhielt 458.000 "Likes".

Twitter sieht in dem Video keinen Verstoß gegen die Regeln des Netzwerks. Das teilte das Unternehmen in San Francisco nach einer internen Beurteilung des Videos mit.

(APA/dpa)

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