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Trump schloss riesigen Waffendeal mit Saudi-Arabien ab

20.05.2017 - 20:28
Der Milliarden-Deal ist unter Dach und Fach© APA (AFP)Der Milliarden-Deal ist unter Dach und Fach

Donald Trump hat zum Auftakt seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident am Samstag einen riesigen Rüstungsdeal mit Saudi-Arabien abgeschlossen. US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete das 110 Milliarden Dollar schwere Paket als "eine starke Botschaft an unseren gemeinsamen Feind" Iran. Trump bejubelte Industrieverträge im Umfang von 350 Milliarden Dollar, die "Jobs, Jobs, Jobs" bedeuteten.

Das Abkommen unterstütze die Sicherheit des Landes und der gesamten Region angesichts des "iranischen Einflusses und der Bedrohungen an Saudi-Arabiens Grenzen von allen Seiten", sagte Tillerson. Damit spielte er auf die Präsenz iranischer Kämpfer in Syrien und dem Irak sowie die angebliche iranische Unterstützung der Houthi-Rebellen im Jemen an. Tillerson kommentierte die Wiederwahl des reformorientierten iranischen Präsidenten Hassan Rouhani betont kühl.

Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir sagte, Trumps Besuch markiere den Beginn einer Wende in den Beziehungen zwischen den USA und der arabischen Welt. Am Sonntag sollte der US-Präsident in dem Königreich eine mit Spannung erwartete Rede zum Islam halten. Seine insgesamt neuntägige Reise inmitten von Turbulenzen zu Hause führt den 70-Jährigen auch nach Israel sowie Rom, Brüssel und Sizilien.

Trump wurde zusammen mit einer Frau Melania am Flughafen in Riad von König Salman bin Abdelaziz Al-Saud begrüßt. Der Empfang war dabei herzlicher als der seines Vorgängers Barack Obama. Später war zu hören, wie der König mit Trump über den Krieg in Syrien sprach. Die Männer tauschten Tweets aus - Trump erklärte wie toll es sei, in Riad zu sein, während Salman davon schrieb, wie der Besuch die strategische Zusammenarbeit der beiden Staaten stärken werde.

"Das war ein riesiger Tag. Riesige Investitionen in die Vereinigten Staaten. Hunderte Milliarden Dollar Investitionen in die Vereinigten Staaten und Jobs, Jobs, Jobs", sagte Trump am Samstagabend (Ortszeit) nach Angaben von mitreisenden Journalisten in Riad. Die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur Sana erwähnte 34 Abkommen in so unterschiedlichen Bereichen wie Rüstung, Öl und Luftfahrt. Laut Tillerson werden die Vereinbarungen Hunderttausende Jobs in den USA und Saudi-Arabien schaffen.

Trumps Sprecher Sean Spicer sagte, dass die 110 Milliarden Dollar schwere Rüstungsvereinbarung der größte einzelne Deal dieser Art in der US-Geschichte sei. Zu dem Paket gehört die Montage von 150 "Blackhawk"-Kampfhubschraubern in Saudi-Arabien. Dieser Sechs-Milliarden-Dollar-Deal soll im Königreich 450 Stellen schaffen. Der einheimische Ölriese Aramco erklärte, es werde auch mit der Unterzeichnung von Abkommen mit US-Unternehmen im Umfang von 50 Milliarden Dollar gerechnet. Auch Exxon, GE, Raytheon, General Dynamics und Dow Chemical gehören zu den Unternehmen mit Vereinbarungen.

Mit Spannung wurde der zweite Besuchstag am Sonntag erwartet, wenn Trump eine Rede vor mehr als 50 Staats- und Regierungschefs aus arabischen und islamischen Ländern halten wollte. Dabei will der Rechtspopulist, der mit seinen Plänen für pauschale Einreiseverbote für Bewohner muslimischer Staaten für Empörung gesorgt hatte, seine Vision einer friedlichen islamischen Welt entwerfen.

Trumps Reise wird von der Russland-Affäre in den USA überschattet. Einem neuen Bericht der "New York Times" zufolge sagte Trump bei einem Treffen mit russischen Vertretern, die Entlassung von FBI-Direktor James Comey habe den Druck durch den Ermittlungen der Behörden von ihn genommen. Die "Washington Post" berichtete ihrerseits, ein hochrangiger Berater Trumps werde als "Person von Interesse" eingestuft. Zudem wurde bekannt, dass Comey in einer öffentlichen Anhörung eines Senatsausschusses Rede und Antwort stehen will.

Mit der Wahl von Saudi-Arabien als erstem Reiseziel hatte Trump viele Beobachter überrascht. Andere US-Präsidenten hatten als Ziel ihrer ersten Auslandsreise meist US-Nachbarländer wie Mexiko oder Kanada gewählt. Trumps direkter Vorgänger Barack Obama war vor einem Jahr bei einem Besuch in Saudi-Arabien sehr kühl empfangen worden, weil er das Atomabkommen mit Riads Erzfeind Teheran vorangetrieben hatte.

Trump wird nach seinem zweitägigen Besuch in Saudi-Arabien nach Israel und in die Palästinensergebiete weiterreisen. Weitere Stationen der insgesamt neuntägigen Reise sind der Vatikan, wo er von Papst Franziskus empfangen wird, der NATO-Gipfel in Brüssel sowie der Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G-7) auf Sizilien. Der rechtspopulistische Immobilienmilliardär ist eigentlich für seine Abneigung gegen lange Reisen bekannt.

(APA/dpa)

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