Quelle: ZAMG

Berichte über möglichen US-Präventiv-Angriff auf Nordkorea

14.04.2017 - 16:18
Ein US-Flugzeugträger ist in die Krisenregion unterwegs© APA (AFP)Ein US-Flugzeugträger ist in die Krisenregion unterwegs

Im Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm erhöhen die USA den Druck auf Machthaber Kim Jong-un. Wegen der Sorge um einen möglichen neuen Atomversuch ist sogar von einem präventiven Luftangriff der USA gegen Nordkorea die Rede. Als Demonstration der Stärke wird am Wochenende auch ein Flottenverband mit einem US-Flugzeugträger in den Gewässern nahe der Koreanischen Halbinsel erwartet.

Unter Berufung auf mehrere Mitarbeiter von US-Geheimdiensten berichtete der US-Fernsehsender NBC am Freitag, dass die USA darauf vorbereitet seien, einen Präventivschlag gegen Nordkorea auszuführen, sollten sie davon überzeugt sein, dass Pjöngjang einen weiteren Atomtest vornehmen wolle. Zwei US-Zerstörer, bewaffnet mit Marschflugkörpern des Typs "Tomahawk", halten sich nach diesen Geheimdienstangaben in der Nähe der koreanischen Halbinsel auf. Einer davon sei etwa 480 Kilometer vom Atomtestgelände entfernt. Für den Fall einer Militäraktion der USA hat Nordkorea allerdings mit Vergeltung gedroht. Am Sonntag wird US-Vizepräsident Mike Pence in der südkoreanische Hauptstadt Seoul erwartet.

Zuletzt hatte es Hinweise gegeben, dass Nordkorea nach mehreren Raketentests einen neuen Atomwaffentest unternehmen könnte - möglicherweise sogar anlässlich des 105. Geburtstags des Staatsgründers Kim Il-sung an diesem Samstag. Das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität berichtete, Satellitenbilder des Testgeländes im Nordosten zeigten anhaltende sowie neue Aktivitäten.

China und Russland riefen unterdessen zur Mäßigung auf. "Moskau beobachtet die Eskalation der Spannungen auf der Koreanischen Halbinsel mit großer Sorge", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. Russland rufe alle Länder zur Zurückhaltung auf und warne vor "provokativen Schritten".

"Wir fordern ein Ende der Provokationen und Drohungen, bevor die Lage nicht mehr zu retten ist", sagte auch Chinas Außenminister Wang Yi nach Gesprächen mit seinem französischen Amtskollegen Jean-Marc Ayrault. Wer Probleme auf der koreanischen Halbinsel mache, werde die Verantwortung übernehmen müssen. Der Konflikt zwischen den USA und Südkorea auf der einen und Nordkorea auf der anderen Seite habe "eine potenziell gefährliche Atmosphäre" geschaffen, die höchste Aufmerksamkeit erfordere.

China hatte zuvor bereits US-Präsident Donald Trump eindringlich vor einem Militärschlag gegen das abgeschottete kommunistische Land gewarnt. In einer Twitter-Kurznachricht schrieb der US-Präsident am Donnerstag: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein."

Im Rahmen der UNO-Sanktionen nach dem letzten Atomtest Nordkoreas hat China seit 19. Februar keine Kohlelieferungen mehr aus dem Nachbarland angenommen, wie der Zoll in Peking berichtete. Damit unterbindet China eine wichtige Einnahmequelle des abgeschotteten kommunistischen Staates. Durch den Stopp hätten sich die Kohleimporte aus Nordkorea im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum halbiert. Vorher seien noch 2,7 Millionen Tonnen eingeführt worden.

(APA/Ag.)

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