Quelle: ZAMG

Zahl der Toten in St. Petersburg auf 14 gestiegen

04.04.2017 - 10:53
Betroffenheit in St. Petersburg, aber auch international© AFPBetroffenheit in St. Petersburg, aber auch international

Nach dem Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg ist die Zahl der Toten auf 14 gestiegen. Wie das russische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, starben elf Menschen direkt am Anschlagsort. Drei weitere Menschen seien später ihren schweren Verletzungen erlegen. 49 Verletzte seien demnach noch im Krankenhaus. Bei dem Attentäter soll es sich um einen in Kirgistan geborenen Russen handeln.

Ein Sprecher des kirgisischen Geheimdienstes gab den Namen des mutmaßlichen Attentäters mit Akbarschon Dschalilow an. Er soll 1995 in Osh geboren worden sein und die russische Staatsbürgerschaft besitzen.

Der mutmaßliche Anschlag wurde international verurteilt. Der UNO-Sicherheitsrat bezeichnete die Tat als "feigen terroristischen Angriff". Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel drückte am Montagabend in einem Telegramm ihr Entsetzen aus. US-Präsident Donald Trump sagte Russland "volle Unterstützung" zu. Auch österreichische Politiker wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Kern sprachen ihr Beileid aus.

Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB hatte sich am Mittwoch gegen 14.40 Uhr Ortszeit (13.40 Uhr MESZ) eine Explosion in einer Metro ereignet, die gerade zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut im Zentrum von St. Petersburg unterwegs war. Kurz darauf wurde ein selbst gebauter Sprengsatz in der U-Bahnstation am Wosstanija-Platz in der Petersburger Innenstadt "gefunden und rechtzeitig entschärft", wie die russischen Anti-Terror-Behörden mitteilten.

Der Fahrer der Metro habe nach der Explosion die richtige Entscheidung getroffen, zur nächsten Station weiter zu fahren, erklärten die Ermittler. Dadurch sei eine schnelle Evakuierung möglich gewesen.

Bilder des staatlichen Fernsehens zeigten einen Waggon mit herausgesprengter Tür und blutüberströmte Opfer auf dem Bahnsteig. "Ich sah Leute herauskommen, sie waren wie taub, viele hielten sich den Kopf", sagte eine Augenzeugin der Nachrichtenagentur AFP.

Staatschef Wladimir Putin besuchte am Montagabend die Metrostation Technologisches Institut. Er legte Blumen nieder und verharrte in stillem Gedenken. Zuvor hatte Putin eine Sitzung mit Vertretern des FSB, der Rettungskräfte und des Innenministeriums geleitet.

Putins Sprecher Dmitri Peskow sagte, das Geschehen trage "alle Anzeichen eines Attentats". Zunächst hatte Putin, der sich zum Zeitpunkt der Explosion nahe St. Petersburg aufhielt, erklärt, die Ermittlungen würden in alle Richtungen geführt. Als Ursache kämen "ein Unfall, ein Verbrechen und vor allem Terrorismus" in Frage. Die Justiz eröffnete Ermittlungen nach Paragraph 205 des russischen Strafgesetzbuches, der die Strafbarkeit von Terroranschlägen regelt.

Sämtliche U-Bahnhöfe von St. Petersburg wurden zunächst geschlossen. Erst am Abend wurde der Betrieb teilweise wieder aufgenommen. Wegen der Explosion wurde drei Trauertage ausgerufen, am Dienstag wehten in St. Petersburg die Flaggen auf Halbmast.

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Tat einhellig als "barbarischen und feigen terroristischen Angriff". Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini übermittelte ihr Mitgefühl an "alle Russen, insbesondere diejenigen, die ihre Angehörigen verloren haben".

(APA/dpa/ag.)

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