Quelle: ZAMG

Irakische Armee nahm Flughafen der IS-Hochburg Mosul ein

23.02.2017 - 16:18
Der Flughafen hat strategische Bedeutung© APA (AFP)Der Flughafen hat strategische Bedeutung

Die irakischen Streitkräfte haben dem Staatsfernsehen zufolge der Terrormiliz IS den strategisch wichtigen Flughafen in ihrer Hochburg Mosul entrissen. Das etwa drei Kilometer lange Gelände sei komplett aus der Hand des "Islamischen Staates" befreit worden, berichtete der Sender am Donnerstag. Er berief sich dabei auf seinen eigenen Korrespondenten in der ehemaligen Millionenstadt.

Elitetruppen des Innenministeriums und Polizisten rückten mit Unterstützung von Drohnen, Kampfjets und Hubschraubern auf den stillgelegten Flughafen am südlichen Stadtrand Mosuls vor und gelangten dann von Südwesten her auf das schwer zerstörte Gelände. "Wir sind in den Flughafen eingedrungen und technische Einheiten machen die Straßen frei", sagte der Kommandant Hisham Abdul Kadhem.

Fernsehbilder zeigten Aufnahmen von irakischen Soldaten, die das Victory-Zeichen machten und die Landesflagge in dem Flughafen schwenkten. Auf anderen Aufnahmen waren angeblich Extremisten zu sehen, auf die während ihrer Flucht geschossen wurde.

Zeitgleich wurde auch eine von den Jihadisten besetzte benachbarte Militärbasis von den Soldaten angegriffen. Die beiden Ziele südlich der Innenstadt gelten als wichtiger Ausgangspunkt für die schwierige Befreiung West-Mosuls von der Herrschaft der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat".

Erst am Morgen hatte die Armee eigenen Angaben zufolge mit dem Sturm auf den Flughafen begonnen. Das rasche Vorrücken und Bilder des irakischen Staatsfernsehens ließen darauf schließen, dass die Soldaten nur auf verhaltene Gegenwehr des IS stießen.

Zunächst war aber nicht vollkommen klar, ob sich nicht noch Jihadisten in Teilen des Gebäudes aufhielten. Es werde angenommen, dass sich Dutzende IS-Kämpfer mit Sprengstoffgürteln im Flughafen befänden, sagte ein Angehöriger der Sicherheitskräfte.

Die Befreiung West-Mosuls wird als aufwendiger eingeschätzt als die Eroberung des Ostteils der Stadt. Es halten sich dort viele Zivilisten auf; zudem ist das Gebiet teilweise eng bebaut. Dies macht eine Einnahme schwierig, weil der IS sich besser verschanzen und Sprengfallen aufstellen kann.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den Vierteln westlich des Flusses Tigris etwa 750.000 Unbeteiligte leben, darunter viele Kinder. Berichten zufolge wurden Zivilisten in der Vergangenheit als menschliche Schutzschilde benutzt. Die Schlacht um Mosul könnte noch Wochen und Monate andauern.

Irakische Regierungskräfte hatten im Oktober mit der Offensive auf Mosul begonnen. Ende Jänner konnten sie den Ostteil der Stadt komplett einnehmen. Mosul ist die letzte große Hochburg des IS im Irak. Sollte die Terrormiliz die Großstadt verlieren, wäre sie militärisch in dem Land weitgehend besiegt.

(APA/dpa/ag.)

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