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Wütende Proteste nach Anschlag in Beirut

20.10.2012 - 15:40
Aufgebrachte Demonstranten zündeten Autoreifen an© APA (epa)Aufgebrachte Demonstranten zündeten Autoreifen an

Der brüchige Frieden im Libanon steht nach dem Tod eines mächtigen Geheimdienstfunktionärs und Kritikers des Nachbarlandes Syrien bei einem Anschlag am Freitag auf der Kippe. Nach dem verheerenden Attentat mit acht Toten gab es am Samstag landesweit wütende Proteste gegen die von der Hisbollah gestützte Regierung. Diese bot am Samstag ihren Rücktritt an, soll aber noch im Amt bleiben.

Auf Bitten vom Präsident Michel Sleimane bleibe die Ministerrunde dennoch für eine Übergangszeit im Amt, teilte Ministerpräsident Najib Mikati mit. Die Opposition fordert den Rücktritt der Regierung, der auch Mitglieder der pro-syrischen schiitischen Hisbollah angehören. Die Regierungsgegner machen Syrien für den Anschlag verantwortlich, bei dem am Freitag acht Menschen getötet und 80 verletzt worden waren.

Zum nationalen Tag der Trauer gingen insbesondere in den von Sunniten dominierten Regionen Menschen auf die Straße und forderten den Mikatis Rücktritt. Aufgebrachte Demonstranten zündeten Reifen an. Geschäfte und Schulen blieben geschlossen, an allen Regierungsgebäuden wehten die Fahnen auf Halbmast.

Bei der Explosion einer Autobombe in einem christlichen Viertel der Hauptstadt Beirut waren am Vortag acht Menschen getötet und mehr als 80 verletzt worden. Unter den Toten ist auch General Wissam al-Hassan, ein Sunnit und hochrangiger Funktionär des libanesischen Geheimdienstes, dem dieser Anschlag nach Ansicht von Beobachtern galt. Hassan stand der anti-syrischen Zukunftsbewegung des Oppositionspolitikers Saad Hariri nahe.

International wurde der Bombenanschlag scharf verurteilt. Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Versuch, den Libanon "mit politischen Hinrichtungen zu destabilisieren" und verlangte ein sofortiges Ende der Gewalt gegen Politiker. Auch US-Außenministerin Clinton warnte vor einer Destabilisierung des Libanon.

(APA/dpa/ag.)

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