Quelle: ZAMG

Macher von islamfeindlichem Film festgenommen

28.09.2012 - 17:24
Für den Film-Produzenten klickten die Handschellen© APA (epa)Für den Film-Produzenten klickten die Handschellen

Der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem islamfeindlichen Mohammed-Video ist in den USA verhaftet worden. Ihm werden Verstöße gegen seine Bewährungsauflagen nach einer früheren Verurteilung vorgeworfen, wie US-Medien berichteten. Er durfte unter anderem nur mit ausdrücklicher Zustimmung seines Bewährungshelfers einen Computer und das Internet benutzen

Der 55 Jahre alte Mann habe gegenüber Bewährungshelfern falsche Angaben gemacht, sagte die Richterin Suzanne Segal der "Los Angeles Times" zufolge. Zudem stelle er eine "gewisse Gefahr für die Allgemeinheit" dar. Dem Gericht fehle derzeit das Vertrauen in den Mann. Der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge wird er nicht gegen Kaution freigelassen werden. Das Dokument zur Entscheidung war im US-Gerichtssystem für die Öffentlichkeit gesperrt. Nakoula war nach der Veröffentlichung des Videos untergetaucht, erschien aber am Donnerstag zur Gerichtsanhörung und wurde anschließend in Gewahrsam genommen.

Einige US-Medien bezeichnen Nakoula als Filmemacher oder Produzenten, andere als Drahtzieher hinter dem Streifen. Es gibt mehrere Hinweise auf seine Verbindung zum Film. Er soll Teilnehmer für den Film über das Internet angeworben haben. Außerdem behauptet ein weiterer Schauspieler, er sei mit Schecks von einem Konto bezahlt worden, das mit Nakoula in Verbindung gebracht wird.

Im Internet platzierte Ausschnitte des Films sorgen seit mehreren Wochen für massive Proteste in der islamischen Welt. Die Google-Videoplattform YouTube sperrte das Video in mehreren Ländern, behält es unter Hinweis auf die Redefreiheit aber grundsätzlich online.

Nakoula war in den 90er Jahren wegen eines Drogendelikts und 2010 wegen Bankbetrugs verurteilt worden. Die Auflagen, gegen die er jetzt verstoßen haben soll, stammen aus dem zweiten Fall.

Innenministerin Mikl-Leitner sagte am Freitag bei einem Expertengespräch in Wien, dass eine öffentliche Aufführung des umstrittenen Films in Österreich untersagt würde. Die juristischen Mittel dafür seien verfügbar, betonte Mikl-Leitner.

(APA/ag.)

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