Quelle: ZAMG

Karzai beklagte "Willküraktionen" von US-Truppen

03.05.2012 - 15:54
Karzai: Zahlreiche Tote durch "Willküraktionen"© APA (epa)Karzai: Zahlreiche Tote durch "Willküraktionen"

Kurz nach der Unterzeichnung eines strategischen Abkommens mit den USA hat der afghanischen Präsident Karzai die Rolle der amerikanischen Truppen im Land erneut kritisiert. Der UNO-Sicherheitsrat habe der internationalen NATO-Truppe ISAF bei ihrer Entsendung nach Afghanistan Ende 2001 zahlreiche Befugnisse erteilt, sagte Karzai am Donnerstag.

Immer wieder habe es jedoch "Willküraktionen" durch US-Truppen gegeben, die über diese Befugnisse hinausgegangen seien. So seien im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche afghanische Zivilisten getötet worden, beklagte der Präsident. Auch die umstrittenen, nächtlichen Hausdurchsuchungen und der Betrieb von Spezialgefängnissen durch US-Armee hätten im Land stets für heftige Kritik gesorgt.

Karzai und US-Präsident Obama hatten in der Nacht auf Mittwoch in Kabul ein strategisches Abkommen zwischen beiden Ländern unterzeichnet, das unter anderem eine Präsenz von US-Truppen in Afghanistan auch nach dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 vorsieht.

Dem Abschluss waren zähe Verhandlungen vorausgegangen, bei denen Karzai den USA zahlreiche Zugeständnisse abringen konnte. So willigten US-Armee und ISAF ein, die nächtlichen Kommandoaktionen gegen Aufständische zukünftig nur noch von afghanischen Soldaten führen zu lassen. Zudem einigten sich beide Seiten auf die Übergabe des US-Militärgefängnisses Bagram in afghanische Verantwortung.

(APA/dpa)

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