Israels Ministerpräsident Netanyahu und Palästinenserpräsident Abbas wollen am Mittwoch in Jerusalem ihre Friedensgespräche fortsetzen. Die beiden Politiker waren bereits am Vortag im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh zusammengekommen. Zwei Wochen nach der Wiederaufnahme der direkten Verhandlungen droht jedoch bereits wieder ein Scheitern.
Abbas beharrte am Dienstag in Ägypten auf einem Baustopp für die jüdischen Siedlungen im Westjordanland. Die israelische Seite erklärte jedoch, sie wolle ihr zehnmonatiges Moratorium für den Siedlungsbau, das Ende September endet, nicht verlängern. Abbas hatte gedroht, die Verhandlungen platzen zu lassen, wenn der Baustopp aufgehoben wird.
Ein Berater Netanyahus sagte vor Reportern in dem ägyptischen Ferienort: "Der Bau der Siedlungen ist seit (dem Beginn der Verhandlungen mit den Palästinensern) 1993 immer fortgesetzt worden, und trotzdem wurde verhandelt." Er verstehe deshalb nicht, weshalb Abbas nun mit dem Abbruch der neuen Verhandlungen drohe, falls Israel weiter Siedlungen bauen sollte. Ein Mitglied der Delegation von Abbas erklärte dagegen, der Siedlungsbau sei "das Schlüsselthema" dieser Verhandlungen.
Nichtsdestotrotz lobte US-Außenministerin Clinton Israelis und Palästinenser für ihr Engagement bei den Nahost-Gesprächen. Beide Seiten meinten es mit dem angestrebten Friedensabkommen "ernst", sagte Clinton am Mittwoch nach einem Treffen mit Israels Präsident Peres in Jerusalem. "Sie haben sich auf die Arbeit konzentriert und begonnen, die Kernthemen anzupacken, die nur in direkten Gesprächen gelöst werden können."
(APA/dpa)

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