Der israelische Ministerpräsident Netanyahu ist als Vorsitzender des rechtsnationalen Likud-Blocks erwartungsgemäß wiedergewählt worden. Auf seinen Konkurrenten, den ultrarechten Siedlerführer Moshe Feiglin, entfielen knapp 25 Prozent der Stimmen, meldete der israelische Rundfunk am Mittwochmorgen. An der Wahl beteiligten sich 48 Prozent der rund 125.000 Parteimitglieder.
Noch vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses bedankte sich Netanyahu bei seinen Wählern "für das Vertrauen und die erneute Unterstützung". Er sagte, die Wahl sei ein Sieg für den "wahren Likud". Sie habe gezeigt, dass "unsere Stärke in unserer Einheit" liegt. Er spielte damit auf die Anhänger seines Gegners an, von denen sich viele eigens für die Wahl beim Likud registrieren ließen, bei Parlamentswahlen aber eher noch weiter rechts stehende Parteien unterstützen. Feiglin hatte gehofft, mit Hilfe seiner Anhänger aus der radikalen Siedlerbewegung Netanyahu bei der Abstimmung abstrafen zu können.
Likud ("Vereinigung") entstand 1973 durch den Zusammenschluss mehrerer rechtsgerichteter Parteien und übernahm nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen vom Mai 1977 erstmals die Regierung. Eigentlicher Kern des Likud war die Herut (Freiheitspartei) von Menachem Begin. Durch ihre Allianz mit anderen Gruppen der Rechten erhielt die bis dahin weitgehend geächtete Herut als Speerspitze der nationalistischen Rechten mit maximalistischen Territorialforderungen einen Legitimierungsschub.
Im Jahr 2005 verankerte der Likud die Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates und die jüdische Besiedlung von "Judäa und Samaria" im Parteiprogramm. Die von PremierSharon angeordnete Räumung der israelischen Siedlungen im Gazastreifen führte zur Parteispaltung: Sharon und seine Gefolgsleute verließen den Likud und gründeten die moderatere Kadima-Partei. 2009 wurde Netanyahu nach dem Likud-Wahlsieg Ministerpräsident.
(APA/ag.)

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