Die in Israel regierende Likud-Partei hat am Dienstag mit der Neuwahl ihres Vorsitzenden und des Zentralkomitees begonnen. Die Wiederwahl von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zum Parteichef galt als sicher. Sein einziger Rivale ist der ultrarechte Siedler Moshe Feiglin. Medienberichten zufolge befürchtet Netanyahu bei niedriger Wahlbeteiligung eine Stärkung des rechten Parteiflügels.
Im August 2007 hatte Netanyahu 72 Prozent, Feiglin 23 Prozent der Mitgliederstimmen erhalten. Es wird erneut mit einem ähnlichen Ergebnis gerechnet. Etwa 125.000 Likud-Mitglieder sind aufgerufen, sich an der Wahl zu beteiligen. Landesweit stehen etwa 150 Wahlstationen zur Verfügung, die bis 22.00 Uhr Ortszeit (21.00 MEZ) geöffnet bleiben sollen. Die Ergebnisse werden in der Nacht auf Mittwoch erwartet.
Der konservativ-nationalistischer Likud ("Vereinigung") entstand 1973 durch den Zusammenschluss mehrerer rechtsgerichteter Parteien und übernahm nach dem historischen Sieg bei den Parlamentswahlen vom Mai 1977 erstmals die Regierung. Eigentlicher Kern des Likud war die Herut (Freiheitspartei) von Menachem Begin. Durch ihre Allianz mit anderen Gruppen der Rechten erhielt die bis dahin weitgehend geächtete Herut als Speerspitze der nationalistischen Rechten mit maximalistischen Territorialforderungen einen Legitimierungsschub.
Im Jahr 2005 verankerte der Likud die Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates und die jüdische Besiedlung von "Judäa und Samaria" im Parteiprogramm. Die von Premier Ariel Sharon angeordnete Räumung der israelischen Siedlungen im Gaza-Streifen führte zur Parteispaltung: Sharon und seine Gefolgsleute verließen den Likud und gründeten die moderatere Kadima-Partei. 2009 wurde Netanyahu nach dem Likud-Wahlsieg Ministerpräsident.
(APA/dpa)

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