In Syrien rückt der Aufstand gegen das Regime von Präsident Assad immer näher an die Hauptstadt Damaskus heran. Nach Angaben von Augenzeugen gab es in der Nacht heftige Gefechte zwischen Regierungstruppen und Deserteuren nur acht Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Frau von Assad soll unterdessen versucht haben, das Land zu verlassen, wurde von den Oppositionellen aber daran gehindert.
Mindestens neun Menschen kamen bei den Gefechten nach Angaben von Aktivisten ums Leben. Die Straße zum internationalen Flughafen war nach Angaben von Aktivisten vorübergehend blockiert, als Mitglieder des syrischen Geheimdienstes zur Opposition überliefen. Die aus Deserteuren gegründete "Freie Syrische Armee" hatte nach eigenen Angaben am Sonntag einzelne Bezirke am Stadtrand von Damaskus unter ihre Kontrolle gebracht. Sie musste sich aber später nach Angriffen von Regime-Soldaten wieder zurückziehen.
Wie es hieß, sollen Mitglieder der oppositionellen "Freien Syrischen Armee" die First Lady und mehrere ihrer Verwandten an der Ausreise gehindert haben. Asmaa und ihre Kinder, die Mutter des Präsidenten und sein Cousin seien in einem Konvoi zum Flughafen unterwegs gewesen, als sich ihnen Aufständische in den Weg gestellt hätten. Nach heftigen Schusswechseln sei es den Sicherheitskräften des Präsidenten gelungen, den Konvoi zum Präsidentenpalast zurückzubringen.
Am Abend wollte der Generalsekretär der Arabischen Liga Nabil al-Arabi (Elaraby) in New York beim UNO-Sicherheitsrat über den Konflikt in Syrien referieren und das weitere Vorgehen beraten. Wegen der eskalierenden Gewalt hat die Liga am Wochenende ihre Beobachtermission unterbrochen. Die meisten Mitglieder des Sicherheitsrats sprechen sich für eine scharfe Resolution gegen die Regierung von Präsident Assad aus.
Die Veto-Macht Russland blockiert das aber. Moskau will keinem Entwurf zustimmen, der Sanktionen gegen das Regime oder eine Waffenembargo enthält. Russland hatte seinem Verbündeten gerade Kampfflugzeuge im Wert von 427 Millionen Euro verkauft. Zudem unterhält die russische Marine in Syrien einen wichtigen Stützpunkt.
(APA/ag.)

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