Wahlmarathon in Ägypten: Knapp eine Woche nach der ersten Sitzung des neuen Parlaments sind rund 25 Millionen Bewohner des nordafrikanischen Landes zur nächsten Abstimmung aufgerufen. Bis Montagabend können die Bürger in Kairo, Alexandria und elf weiteren Provinzen die Mitglieder der Shura bestimmen. Die zweite Kammer des Parlaments mit ihren 270 Sitzen ist vor allem ein beratendes Gremium.
Sie wird von vielen Ägyptern als überflüssig angesehen. Entsprechend gering war zum Wahlauftakt am Sonntag die Beteiligung. Selbst in Kairo blieben ein Jahr nach Beginn des Arabischen Frühlings, der den Sturz von Langzeitpräsident Mubarak herbeiführte, viele Wahllokale menschenleer. Nur einige Soldaten standen davor, um das Gebäude abzusichern. Lange Schlangen, wie es sie zu Beginn der Parlamentswahl Ende November gab, wurden nicht gesehen.
Während bei der vorigen Abstimmung vielfach über verbotene Wahlwerbung vor den Wahllokalen berichtet wurde, versuchten nun nur in wenigen Fällen Parteien, ihre Propaganda noch unters Volk zu bringen. Einige Wahllokale öffneten nach Angaben lokaler Medien etwas später als vorgesehen. Beobachter gingen davon aus, dass die Wahlbeteiligung nur bei etwa zehn Prozent liegen dürfte.
Die Shura-Mitglieder werden in zwei Wahlgängen bestimmt. Abgestimmt wird über 180 Mandate - 120 ziehen über Parteilisten ein, 60 über Direktkandidaturen. 90 weitere Abgeordnete werden von der Führung des Landes bestimmt.
(APA/dpa)

15.7°C
14.3°C

