Quelle: ZAMG

Venezuela meldete nach Anschlag mehrere Festnahmen

05.08.2018 - 21:14
Präsident Maduro spricht von einem Anschlag© APA (AFP)Präsident Maduro spricht von einem Anschlag

In Venezuela sind nach Angaben der Regierung nach einem versuchten Attentat auf Präsident Nicolas Maduro sechs Personen festgenommen worden. Einer der als "Terroristen" bezeichneten Verdächtigen werde beschuldigt, bereits in einen Anschlag auf eine Militärbasis im Jahr 2017 verwickelt gewesen zu sein, teilte Innenminister Nestor Reverol am Sonntag mit.

Er sei deshalb per Haftbefehl gesucht worden. Ein weiterer Festgenommener sei bereits 2014 wegen Protesten gegen die Regierung in Gewahrsam genommen worden, sagte Reverol.

Der sozialistische Präsident Maduro hatte am Samstag eine Rede bei einer Militärveranstaltung in der Innenstadt von Caracas gehalten, als sich mindestens eine Explosion ereignete. Nach Angaben von Informationsminister Jorge Rodriguez explodierten mit Sprengstoff beladene Drohnen in der Nähe der Veranstaltung. Die Übertragung der Rede Maduros im Fernsehen wurde unterbrochen. Der Präsident bliebt unverletzt. Später beschuldigte er in einer Fernsehansprache den kolumbianischen Präsidenten Juan Manuel Santos, für den Attentatsversuch verantwortlich zu sein.

"Es war ein Anschlag um mich zu töten, heute haben sie versucht, mich umzubringen", sagte Maduro kurze Zeit nach dem Vorfall in einer Ansprache im Staatsfernsehen. Der Präsident versetzte das Militär in höchste Alarmbereitschaft und erklärte, er sei "entschlossener als je zuvor, den Weg der Revolution zu gehen".

Maduros Schuldzuweisungen an Kolumbien verschärften die Spannungen mit dem Nachbarland. Er habe "keinen Zweifel", dass der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hinter dem Attentatsversuch stecke, sagte Maduro. Die "Geldgeber" des "Attentats" säßen in den USA, "im Bundesstaat Florida". Er hoffe, dass US-Präsident Donald Trump den "Kampf gegen diese Terrorgruppen" aufnehme. In Venezuela seien mehrere Verdächtige festgenommen worden.

Kolumbien wies Maduros Äußerungen zurück. Das Außenministerium in Bogota bezeichnete sie als "absurd" und erklärte, die Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. Auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater John Bolton erklärte, es gebe "keinerlei Beteiligung" der US-Regierung an dem Vorfall. Wenn die Regierung in Caracas harte Informationen vorlegen könne, dass gegen US-Gesetze verstoßen worden sein könnte, würden die USA diese sorgfältig prüfen, sagte Bolton. Möglicherweise habe Maduro den Vorfall aber auch selbst initiiert.

Maduros Verbündete Kuba und Bolivien verurteilten den mutmaßlichen Anschlag und erklärten sich solidarisch. Das russische Außenministerium hob hervor, die Anwendung "terroristischer Methoden als Werkzeug politischer Kämpfe" sei entschieden abzulehnen. Auch das iranische Außenministerium verurteilte den Anschlagsversuch als Schritt zur Destabilisierung Venezuelas, der nur dessen "Feinden" nützen könne.

Zu der Tat bekannte sich eine bisher weitgehend unbekannte Gruppe namens "Nationale Bewegung der T-Shirt-Soldaten", der Soldaten und Zivilisten angehören sollen. Ihre Erklärung wurde auf der Internet-Plattform YouTube von der in den USA ansässigen venezolanischen Oppositionsjournalistin Patricia Poleo verlesen. Darin heißt es, es verstoße gegen die "militärische Ehre", eine Regierung zu unterstützen, die "die Verfassung vergessen und aus dem Staatsdienst einen obszönen Weg zur Selbstbereicherung gemacht hat".

Die Organisation erklärte, sie habe zwei Drohnen eingesetzt, die von Scharfschützen abgeschossen worden seien. "Wir haben gezeigt, dass sie verwundbar sind. Heute hatten wir keinen Erfolg, aber es ist nur eine Frage der Zeit", hieß es in der Erklärung. Die Organisation wurde 2014 gegründet, um alle "Widerstandsgruppen" Venezuelas zusammenzubringen.

Maduro beschuldigt regelmäßig die rechtsgerichtete Opposition oder die USA, einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Die wirtschaftliche Misere seines Landes ist nach seiner Darstellung Folge eines "Wirtschaftskriegs" des Auslands gegen Venezuela.

(APA/dpa/ag.)

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