Quelle: ZAMG

Putin wünscht russischem Ex-Doppelagenten alles Gute

18.05.2018 - 16:55
Skripal wurde im März mit einem Nervengift vergiftet© APA (AFP)Skripal wurde im März mit einem Nervengift vergiftet

Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem aus einem britischen Krankenhaus entlassenen ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal am Freitag alles Gute gewünscht. Putin sagte während einer Pressekonferenz mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im südrussischen Badeort Sotschi, "möge Gott ihm gute Gesundheit schenken".

Wäre bei dem Giftanschlag Anfang März im englischen Salisbury ein Militärgift verwendet worden, wäre er "auf der Stelle tot" gewesen, sagte Putin. Damit wandte sich der russischen Staatschef gegen den vom Westen erhobenen Vorwurf, bei dem Anschlag sei das in den 80er-Jahren in der Sowjetunion eingesetzte Nervengift Nowitschok eingesetzt worden. "Gott sei Dank" habe sich Skripal erholt und die Klinik verlassen können, fügte Putin hinzu.

Wie die staatliche britische Krankenversorgung National Health Service (NHS) zuvor am Freitag in London mitteilte, wurde Skripal aus dem Spital entlassen. "Es ist fantastisch, dass Sergej Skripal fit genug ist, um das Salisbury District Hospital zu verlassen", sagte die Geschäftsführerin des Krankenhauses, Cara Charles-Barks.

Skripal und seine Tochter Julia wurden Anfang März zum Ziel eines Giftanschlages und erlitten dabei schwere Verletzungen. Großbritannien und viele andere westliche Staaten machen dafür Russland verantwortlich. Russland hat nach eigener Darstellung mit dem Anschlag im südenglischen Salisbury nichts zu tun. Skripals Tochter war bereits im April, fünf Wochen nach der Tat, aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie befindet sich nach Angaben der britischen Behörden an einem sicheren Ort.

Der am 4. März in Salisbury verübte Giftanschlag hatte eine schwere diplomatische Krise zwischen Russland und westlichen Staaten ausgelöst. Beide Seiten reagierten mit der Ausweisung von Diplomaten. Die Anschuldigung gegen Russland basiert unter anderem darauf, dass bei dem Anschlag das Nervengift Nowitschok verwendet wurde, das in den 80er-Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurde.

Mit der Aufklärung des Mordversuchs an den Skripals beschäftigte sich auch die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) in Den Haag. Sie ließ Blutproben der Opfer und das verwendete Gift in unabhängigen Labors analysieren und bestätigte in einem Report die Ergebnisse britischer Experten. Die OPCW äußerte sich aber nicht dazu, woher das Gift kam und wer für den Anschlag verantwortlich ist. Nowitschok ist ein extrem gefährliches Nervengift. Toxikologen halten chronische Folgen und erst später auftretende Schäden für möglich.

Der langjährige Geheimdienstoffizier Skripal war 2006 in Russland wegen Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Im Zuge einer Austauschaktion zwischen Russland und den USA über den Flughafen Wien kam er 2010 nach Großbritannien.

(APA/dpa/Ag.)

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