Quelle: ZAMG

Merkel und Macron wollen EU und Eurozone stärken

19.01.2018 - 18:35
Die beiden gaben sich gewohnt freundschaftlich© APA (AFP)Die beiden gaben sich gewohnt freundschaftlich

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drücken bei EU-Reformen aufs Tempo und hoffen auf ein Ja der SPD zu Koalitionsverhandlungen mit der Union. Bis März wolle man Vorstellungen zur Stärkung der EU vorlegen, sagte Merkel am Freitag bei ihrem Besuch in Paris.

"Die Eurozone muss Avantgarde sein, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit geht", sagte Deutschlands Kanzlerin. Macron spielte Differenzen über einzelne Punkte wie ein eigenes Eurozonen-Budget herunter. Wichtig sei, dass man sich über die Ziele einig sei. Dies sei der Fall, bekräftigte auch Merkel. Dann könne man eine Debatte führen, mit welchen Mitteln man dorthin komme, sagte der französische Präsident.

Bezüglich des Regierungsbildungs-Prozesses in Deutschland äußerten Merkel und Macron die Hoffnung auf eine Zustimmung der SPD zu einer Großen Koalition. "Gerade auch für das Agieren in Europa ist es in Deutschland sehr wichtig, eine stabile Regierung zu haben", sagte Merkel bei ihrem Auftritt mit Macron.

Gerade in Frankreich werde auf die Regierungsbildung gewartet, sagte Merkel. Macron betonte, SPD-Chef Martin Schulz habe bisher "großen europäischen Ehrgeiz gezeigt". Er hoffe, dass nun auch die SPD insgesamt diesen "großen europäischen Ehrgeiz zeige".

Das gemeinsame Treffen zwei Tage vor dem entscheidenden Sonderparteitag der SPD in Bonn am Sonntag wird in Paris als wichtiges Zeichen der Rückendeckung von Macron für Merkel gewertet. Der französische Staatschef hatte sich für eine Große Koalition ausgesprochen, da die SPD seine Pläne zu einer "Neugründung" der EU am deutlichsten unterstützt.

In der SPD bemüht man sich unterdessen, den Eindruck zu vermeiden, auf dem Parteitag werde auch über das politische Schicksal von SPD-Chef Martin Schulz entschieden. Sollten die Delegierten Koalitionsverhandlungen mit der Union ablehnen, bedeute das nicht das Aus für die amtierende Führung seiner Partei, sagte Partei-Vize Ralf Stegner am Freitag dem SWR.

(APA/dpa/ag.)

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