Quelle: ZAMG

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Nordkorea an

29.11.2017 - 16:57
Trump fordert mehr Druck von China© APA (AFP)Trump fordert mehr Druck von China

Nach dem jüngsten Raketenabschuss durch Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen das Land angekündigt. Noch am Mittwoch würden "zusätzliche bedeutende Sanktionen" gegen Pjöngjang verhängt, gab Trump über den Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt. Nordkorea hatte zuvor allen internationalen Warnungen zum Trotz eine Rakete mit besonders großer Reichweite getestet.

Trump hatte zuvor wegen des nordkoreanischen Raketenabschusses mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gesprochen. Danach erklärte das Weiße Haus, Trump habe Peking aufgefordert, "alle verfügbaren Hebel" zu nutzen, um den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Trump hatte von China mehrfach verlangt, einen härteren Kurs gegenüber Pjöngjang einzuschlagen.

Der US-Präsident habe ferner seine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, die USA und seine Verbündeten vor der wachsenden Bedrohung der koreanischen Führung zu verteidigen, teilte das Weiße Haus nach dem Gespräch am Mittwoch mit.

Nordkorea hatte am Dienstag (MEZ) erstmals nach mehr als zwei Monaten wieder einen Raketentest vorgenommen. Die Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 legte nach Angaben des Pentagons rund 1.000 Kilometer zurück und schlug dann im Japanischen Meer ein. Die Führung in Nordkorea reklamierte am Mittwoch, das Land sei nun in der Lage, die gesamten USA mit Interkontinentalraketen zu erreichen. Trump hatte vor dem Gespräch mit Xi bereits mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und mit Südkoreas Präsidenten Moon Jae-in telefoniert.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un würdigte den Raketentest als historisches Ereignis. Kim habe "mit Stolz erklärt, dass wir nun unser großes historisches Ziel erreicht haben, unsere staatliche Atomstreitmacht zu vervollständigen", hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Mit der Waffe könne sich Nordkorea gegen "die nukleare Erpressungspolitik und die nukleare Bedrohung durch die US-Imperialisten" verteidigen.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Geng Shuang, äußerte am Mittwoch in Peking "große Sorge" über den Test. Sein Land hoffe, dass alle Beteiligten sich um eine "friedliche Beilegung" des Konflikts bemühten, da es keine militärische Lösung geben könne. Der Ministeriumssprecher bekräftigte Chinas Vorschlag, dass Nordkorea seine Waffentests einstellen solle und die USA im Gegenzug ihre Militärmanöver in der Region aussetzen sollten. China forderte Nordkorea allerdings eindringlich auf, sich an die UN-Resolutionen zu halten, die dem Land solche Raketenstarts untersagen. Pjöngjang solle nichts tun, was die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel noch verschärfe.

Trump und Shinzo Abe warnten die nordkoreanische Führung, durch die fortgesetzten Raketentests die eigene Sicherheit aufs Spiel zu setzen. Nach einem Telefonat veröffentlichten die beiden Politiker eine gemeinsame Erklärung. Darin heißt es: "Die Provokationen des nordkoreanischen Regimes untergraben seine eigene Sicherheit und treiben seine Isolation in der internationalen Gemeinschaft voran."

Trump telefonierte auch mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in. Moon warnte eindringlich vor einer weiteren Eskalation durch Nordkorea oder die USA. "Die Situation könnte außer Kontrolle geraten", sagte er in Seoul. "Wir müssen das Szenario vermeiden, in dem der Norden die Lage falsch einschätzt und uns mit Atomwaffen bedroht oder in dem die USA einen Präventivschlag erwägen."

Auch Russland verurteilte den neuerlichen Raketentest Nordkoreas als "Provokation". Der Raketenabschuss erzeuge noch mehr Spannungen und lasse die Aussichten auf eine Beilegung der Krise in die Ferne rücken, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. Er rief alle Beteiligten zur Zurückhaltung auf.

Bereits im Juli hatte Nordkorea zwei Interkontinentalraketen getestet. Eine von ihnen könnte nach Einschätzung von Experten theoretisch auch den US-Bundesstaat Alaska erreichen.

Die am Dienstag getestete Rakete hat möglicherweise eine noch größere Reichweite. Zwar stürzte sie in tausend Kilometern Entfernung vom Startort ins Meer ab, doch hatte sie laut US-Raketenexperten eine außergewöhnlich hohe Flugbahn, die auf eine Reichweite von 13.000 Kilometern hindeute. Damit wären alle US-Metropolen erreichbar. Nach nordkoreanischen Angaben erreichte die Rakete eine Flughöhe von 4.475 Kilometern.

Experten zweifeln allerdings daran, dass Nordkorea eine solche Rakete mit einem Atomsprengstoff bestücken und diesen auf den amerikanischen Kontinent transportieren könne. Nordkoreas Staatsmedien hoben am Mittwoch hervor, es habe sich um die "stärkste Interkontinentalrakete" gehandelt, die Nordkorea jemals entwickelt habe. Die Rakete vom Typ Hwasong-15 könne mit einem großen Sprengkopf bestückt werden.

(APA/dpa/ag.)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech