Quelle: ZAMG

Mugabes Nachfolger Mnangagwa verspricht Jobs und Demokratie

22.11.2017 - 19:55
"Das Krokodil" mit vollmundigen Versprechungen© APA (AFP)"Das Krokodil" mit vollmundigen Versprechungen

Nach dem Rücktritt von Simbabwes Langzeitpräsident Robert Mugabe hat dessen designierter Nachfolger Emmerson Mnangagwa seinen Anhängern Demokratie und Wirtschaftswachstum versprochen. Der frühere Vizepräsident soll noch am Freitag vereidigt werden.

Seine Regierung werde sich für Frieden, Wachstum und Arbeitsplätze einsetzen, sagte der 75-Jährige am Mittwoch nach der Rückkehr aus dem selbst gewählten Exil vor Tausenden jubelnden Anhängern in Harare.

Man sei am Beginn einer "neuen Demokratie", kündigte der frühere Vizepräsident an. "Das Volk hat gesprochen. Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes." Für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze sei man auf die Hilfe der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

Mugabe (93) hatte ihn Anfang November als Vize entlassen. Mnangagwa floh daraufhin aus Angst um seine Sicherheit nach Südafrika. Er hat den Rückhalt der Regierungspartei Zanu-PF und der Militärführung, die in der vergangenen Woche geputscht hatte. Mugabe war am Dienstag nach fast vier Jahrzehnten an der Macht zurückgetreten. Damit war er einem Amtsenthebungsverfahren des Parlaments zuvorgekommen.

Mnangagwa soll das Land im südlichen Afrika wohl bis zu den ohnehin bis spätestens August 2018 geplanten Wahlen führen. Ob er die Opposition an der Übergangsregierung beteiligen wird und wie schnell das Militär die Macht wieder einer zivilen Führung übergeben wird, blieb zunächst unklar. Vor seiner Abreise aus Südafrika traf Mnangagwa am Morgen noch mit Präsident Jacob Zuma zusammen.

Der unter dem Spitznamen "Das Krokodil" bekannte Mnangagwa ist seit Jahrzehnten führendes Mitglied der politischen Elite Simbabwes. Der Hardliner gilt als Verbündeter des Militärs. Er hat unter Mugabe unter anderem den Geheimdienst und das Justizministerium geführt.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai forderte, schnellstmöglich freie und faire Wahlen abzuhalten, um aus Simbabwe wieder eine erfolgreiche Demokratie zu machen. Auch Vertreter der internationalen Gemeinschaft verlangten eine rasche Rückkehr zur Demokratie. "Der Weg vorwärts muss zu freien und fairen Wahlen führen", erklärte US-Außenminister Rex Tillerson. Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte über Twitter, Deutschland wolle die Erneuerung Simbabwes "gemeinsam mit unseren europäischen und internationalen Partnern" unterstützen.

(APA/dpa)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech