Quelle: ZAMG

USA und Südkorea antworten auf Nordkoreas Raketentest

29.07.2017 - 08:24
Antwort auf erneuten Raketentest Nordkoreas© APA (AFP/South Korean Defence Ministry)Antwort auf erneuten Raketentest Nordkoreas

Nach dem erneuten Raketentest Nordkoreas haben die USA und Südkorea mit einem gemeinsamen Manöver reagiert. Dabei seien Raketen ins Meer vor der südkoreanischen Ostküste gefeuert worden, teilte die US-Armee in Südkorea mit. Diese Systeme seien sehr schnell einsatzbereit und präzise. US-Präsident Donald Trump warf Pjöngjang eine "rücksichtlose und gefährliche Aktion" vor.

Nordkorea hatte am Freitag trotz massiver Warnungen erneut eine Interkontinentalrakete getestet. Wie Pentagon-Sprecher Jeff Davis mitteilte, wurde sie in Mupyong-ni im Norden des Landes gestartet und flog ungefähr 1.000 Kilometer weit, bevor sie ins Japanische Meer zwischen Japan und der koreanischen Halbinsel stürzte. Der Test habe aber keine Gefahr für Nordamerika dargestellt.

Nordkorea teilte mit, der Test der Hwasong-14-Rakete sei erfolgreich gewesen. Er sei von Machthaber Kim Jong-un beaufsichtigt worden. Die Rakete sei in 47 Minuten 998 Kilometer in einer Höhe von mehr als 3.700 Kilometern geflogen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Staatsagentur KCNA.

Wenn diese Zahlen korrekt sind, könnte eine Rakete bei einer standardisierten Flugbahn eine Reichweite von 10.400 Kilometern haben, sagte David Wright, Co-Direktor des UCS Global Security Programms. Nach seinen Berechnungen würden Los Angeles, Denver und Chicago gut in Reichweite dieser Rakete liegen, Boston und New York fast.

Trump sagte, Nordkoreas Streben nach Interkontinentalraketen isoliere das Regime weiter, schwäche seine Wirtschaft und schade seinem Volk. "Die Vereinigten Staaten werden alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Sicherheit des amerikanischen Vaterlands zu gewährleisten und unsere Verbündeten in der Region zu schützen."

UN-Generalsekretär Antonio Guterres verurteilte den Test ebenfalls. "Das ist schon wieder eine offensichtliche Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats", sagte Guterres in New York. Er rief Nordkorea dazu auf, sich an seine Verpflichtungen zu halten und mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten.

Die chinesische Regierung forderte indes Nordkorea zur Zurückhaltung auf. Das Land müsse die UNO-Resolutionen einhalten und alle Handlungen unterlassen, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verstärken könnten, erklärte das Außenministerium am Samstag in Peking.

Südkorea und Japan beriefen nach dem Raketenstart ihre nationalen Sicherheitsräte ein. Der südkoreanische Verteidigungsminister Song Young-moo sagte, die USA hätten als Folge des Tests strategische Anlagen geschickt, wie Yonhap berichtete. Der Test sein eine schwere Provokation und gefährde den Weltfrieden.

Pjöngjang hatte den USA erst am Dienstag mit einem Atomangriff gedroht, sollten die Amerikaner versuchen, ihre Regierung zu stürzen. Nordkorea hat bereits mehrmals unterirdische Atombomben gezündet. Ob es technisch bereits in der Lage ist, Atombomben auch so kompakt zu bauen, dass sie von einer Rakete transportiert werden könnten, ist unklar.

Zuletzt hatte der kommunistische Norden Anfang Juli eine Interkontinentalrakete getestet, die auch die USA erreichen könnte. Der Test der Hwasong-14-Rakete sei erfolgreich gewesen, berichteten Nordkoreas Staatsmedien am 4. Juli. Nordkorea könne "jeden Teil der Welt mit Atomwaffen treffen", verlautete aus Pjöngjang.

In Washington hatte der Senat erst am Donnerstag ein umfassendes Sanktionsgesetz verabschiedet, das sich neben Russland und den Iran auch gegen Nordkorea richtet. Es war aber am Freitag noch offen, ob der US-Präsident das Gesetz unterzeichnet, da es im Weißen Haus Bedenken gegen Teile gibt, die sich auf Russland beziehen.

(APA/dpa)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech