Quelle: ZAMG

Irakische Truppen rücken in Stadtteil in West-Mosul ein

24.02.2017 - 15:03
Der Flughafen wurde bereits gesichert© APA (AFP)Der Flughafen wurde bereits gesichert

Die irakischen Truppen sind erstmals seit dem Beginn ihrer Offensive auf Mosul in den Westteil der Stadt eingerückt. Die Sicherheitskräfte drangen nach Militärangaben am Freitag in das Wohnviertel Al-Maamun im noch von der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) kontrollierten Westen vor. Die Luftwaffe flog indes erstmals Angriffe auf vermeintliche Terroristenstellungen in Syrien.

Um die letzte Hochburg der Jihadisten im Irak vollständig zurückzuerobern, hatten die Regierungstruppen zuvor den Flughafen von Mosul unter ihre Kontrolle gebracht, sagte Brigadegeneral Abbas al-Juburi. Auf dem Vormarsch nach West-Mosul seien ein Militärstützpunkt und ein Dorf im Südwesten der Stadt eingenommen worden, sagte Generalleutnant Sami al-Aridhi von der Anti-Terror-Einheit CTS. Dann seien die irakischen Einheiten ins Stadtviertel Al-Maamun vorgedrungen.

Die irakischen Regierungstruppen hatten im Oktober ihre Offensive auf Mosul - die letzte Hochburg des IS im Irak - begonnen. Im Jänner wurde der IS vollständig aus dem Ostteil der Stadt verdrängt.

Am Sonntag starteten die irakischen Streitkräfte mit Unterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition dann auch eine Offensive auf den Westteil Mosuls, der durch den Fluss Tigris vom östlichen Stadtteil getrennt ist. Alle Brücken über den Tigris sind zerstört. Die Armee hatte ihre Offensive auf den Westteil der Stadt daher von dem Flughafen aus gestartet, der strategisch günstig am südlichen Stadtrand liegt.

Bei ihrem Vormarsch nach West-Mosul wurden die Regierungstruppen nach Angaben von al-Aridhi von einem Selbstmordattentäter attackiert, der sich im Dorf Tal al-Rayyan in die Luft sprengte. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, flogen Kampfflugzeuge am südlichen Stadtrand mehrere Luftangriffe. Außerdem war heftiger Artillerie- und Mörserbeschuss zu hören.

Experten erwarten in West-Mosul einen schwierigen und vermutlich langwierigen Einsatz: Der westliche Teil der Stadt ist kleiner, aber dichter besiedelt als der Osten. Die Straßen rund um das historische Zentrum sind eng und für große Militärfahrzeuge oft nicht passierbar. Zudem sind in West-Mosul schätzungsweise noch 750.000 Menschen eingeschlossen.

Die IS-Jihadisten hatten 2014 weite Teile des Iraksund Syriens erobert. Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung von Mosul, hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das "Kalifat" des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

Sollte der Armee die Rückeroberung von Mosul gelingen, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die IS-Miliz, die im Irak bereits erheblich an Boden verloren hat. Es wird aber erwartet, dass die Jihadisten im Fall einer Niederlage wieder verstärkt auf Anschläge setzen.

Am Freitag töteten IS-Kämpfer an der irakisch-jordanischen Grenze mindestens 15 irakische Grenzbeamte. Wie ein Offizier der Grenzpolizei sagte, sprengte sich unweit des Grenzübergangs Trebil ein Selbstmordattentäter in die Luft, dann wurden die Grenztruppen von bewaffneten Angreifern attackiert.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi gab unterdessen einen Angriff der irakischen Luftwaffe auf IS-Stellungen im Nachbarland Syrien bekannt. Der Einsatz in Husseibeh und Albu Kamal auf der syrischen Seite der Grenze sei bereits "erfolgreich abgeschlossen" worden, erklärte al-Abadi.

Auch in Syrien gerät der IS inzwischen immer stärker unter Druck: Am Donnerstag verkündeten syrische Rebellengruppen die Rückeroberung von Al-Bab im Norden des Landes. Am Freitag wurden bei einem Anschlag unweit der Stadt mehr als 50 Menschen getötet, die meisten von ihnen Rebellenkämpfer.

(APA/ag.)

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