Quelle: ZAMG

1,4 Millionen Kindern in vier Krisenländern droht Hungertod

21.02.2017 - 12:44
In Nigeria ist die Lage besonders schlimm© APA (AFP)In Nigeria ist die Lage besonders schlimm

Rund 1,4 Millionen Kindern in den Krisenländern Nigeria, Sudan, Südsudan und Jemen droht in diesem Jahr nach Einschätzung von Unicef der Hungertod. Für besonders dramatisch hält das UNO-Kinderhilfswerk in einer am Montag veröffentlichten Erklärung die Lage in den Bürgerkriegsländern Jemen und Nigeria, wo 462.000 bzw. 450.000 Kinder betroffen seien.

"Für mehr als eine Million Kinder läuft die Zeit ab", sagte Unicef-Geschäftsführer Anthony Lake. "Noch können wir Leben retten." Die schwere Mangelernährung und die sich abzeichnende Hungersnot seien von Menschen verschuldet. Die Menschlichkeit verlange schnellere Handlungen. Die Tragödie von 2011 mit der Hungersnot am Horn von Afrika dürfe sich nicht wiederholen.

Dem Hungersnot-Frühwarnsystem - Fews Net - der UNO-Organisation zufolge sind einige entlegene Regionen des nigerianischen Bundesstaats Borno bereits seit Ende vergangenen Jahres von einer Hungersnot betroffen. Es werde immer schlimmer, da Hilfsorganisationen nicht bis in die Krisenregionen vordringen könnten.

In Somalia seien wegen Dürre 185.000 Kinder akut bedroht, in den kommenden Monaten könne diese Zahl auf bis zu 270.000 anwachsen, warnte Unicef. Im Südsudan seien mehr als 270.000 Kinder unterernährt. In Teilen des nördlichen Bundesstaates Unity, wo rund 20.000 Kinder lebten, herrsche bereits Hungersnot.

Im Südsudan sind laut Unicef insgesamt über eine Million Kinder von schwerer Mangelernährung betroffen, ein Viertel davon schwer. Unicef will in diesem Jahr etwa 200.000 von ihnen behandeln. "Wenn wir sie nicht rechtzeitig erreichen, werden viele von ihnen sterben", erklärte der Leiter von Unicef Südsudan, Jeremy Hopkins. Er appellierte an die Verantwortlichen: "Wir rufen alle Konfliktparteien auf, uns ungehinderten Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu ermöglichen, um eine weitere Katastrophe zu verhindern."

Verschiedene Hilfsorganisationen erwarten, dass bis zum Sommer 5,5 Millionen Menschen im Südsudan Hunger leiden, wenn nichts unternommen wird. Der Südsudan war erst 2011 unabhängig geworden. Aber schon im Dezember 2013 eskalierte ein lange schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem damaligen Stellvertreter Riek Machar, es herrscht Bürgerkrieg.

Viele Kinder, die vor den Kämpfen im Südsudan geflohen sind, haben laut Unicef keine andere Überlebensmöglichkeit, als wilde Früchte oder Gras zu essen. Der Mangel an sauberem Wasser führt zu Krankheiten.

(APA/ag.)

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