Quelle: ZAMG

Macheten-Attacke bei Pariser Louvre schürt neue Terrorängste

03.02.2017 - 22:09
Schüsse beim Louvre© APA (AFP)Schüsse beim Louvre

Eine Macheten-Attacke nahe des berühmten Pariser Louvre-Museums hat in Frankreich neue Terrorängste geschürt. Ein Mann griff am Freitag patrouillierende Soldaten an und schrie dabei "Allahu Akbar" (Gott ist groß), wie die Behörden mitteilten. Ein Soldat wurde leicht verletzt. Ein anderer Soldat eröffnete das Feuer und verletzte den Angreifer - vermutlich ein 29-jähriger Ägypter - lebensgefährlich.

Die französische Regierung sprach von einer mutmaßlich terroristischen Attacke. Der Angriff ereignete sich gegen 9.50 Uhr in der Einkaufsgalerie Carrousel du Louvre, in der es auch einen Zugang zum Museum gibt. Der mit zwei Macheten bewaffnete Angreifer rannte auf vier Soldaten zu und schrie "Allahu Akbar", wie der Pariser Staatsanwalt Francois Molins am Abend sagte.

Er traf einen Soldaten am Kopf und stürzte sich dann auf einen zweiten Soldaten. Dieser fiel zu Boden, wehrte den Angreifer zunächst mit Fußtritten ab und eröffnete dann mit seinem Sturmgewehr das Feuer. Der Angreifer wurde unter anderem durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und schwebte in "höchster Lebensgefahr", wie Molins sagte.

Die Soldaten hätten eine "terroristische Aktion" eines "sehr entschlossenen" Angreifers gestoppt, sagte der Staatsanwalt. Der Mann wurde zunächst nicht "formell" identifiziert. Vermutlich handelt es sich aber um einen 29-jährigen Ägypter, der am 26. Jänner von Dubai aus nach Paris geflogen war.

Der Mann, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten wohnhaft ist, hatte bereits im vergangenen Oktober einen Antrag auf ein Touristenvisum für Frankreich gestellt. Die Ermittlungen müssten nun zeigen, ob der Angreifer allein gehandelt habe oder womöglich einen Auftrag ausführte, sagte Staatsanwalt Molins.

Zuvor hatte Staatschef Francois Hollande am Rande des EU-Gipfels in Malta gesagt, es gebe "kaum Zweifel" am "terroristischen Charakter" der Attacke. Ähnlich äußerte sich Premierminister Bernard Cazeneuve. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen versuchten Mordes im Zusammenhang mit einem terroristischen Unterfangen.

Beamte durchsuchten die Wohnung nahe des Pariser Prachtboulevards Champs-Elysees, in der der Mann sich eingemietet hatte. Dort fanden sie unter anderem seinen Reisepass. Die beiden Macheten kaufte der Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Tage nach seiner Ankunft in Paris für zusammen 680 Euro in einem Waffenladen.

Die Macheten-Attacke weckte in Frankreich düstere Erinnerungen: Frankreich wurde seit Anfang 2015 von einer Reihe islamistischer Anschläge getroffen, bei denen insgesamt 238 Menschen getötet wurden. Bei der letzten islamistischen Attacke töteten zwei Islamisten am 26. Juli 2016 in der nordfranzösischen Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray einen katholischen Priester. Rund sechs Wochen vorher hatte ein Islamist während der Fußball-EM nahe Paris einen Polizisten und dessen Lebensgefährtin getötet.

Wegen der Anschlagsgefahr patrouillieren in der französischen Hauptstadt an vielen Orten Soldaten, unter anderem an Touristenattraktionen wie dem Louvre und dem Eiffelturm. Seit den Anschlägen vom 13. November 2015 gilt in Frankreich zudem der Ausnahmezustand.

Der Louvre wurde nach dem Angriff weiträumig abgesperrt. Rund 1200 Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Attacke in dem Museum oder dem Einkaufszentrum aufhielten, mussten zunächst an sicheren Orten ausharren. Der Louvre, das meistbesuchte Museum der Welt, blieb am Freitag geschlossen, sollte am Samstag aber wieder öffnen.

(APA/dpa/ag.)

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