Quelle: ZAMG

Kältewelle bringt Flüchtlinge in Lebensgefahr

13.01.2017 - 14:41
Vor allem Kinder sind gefährdet© APA (AFP)Vor allem Kinder sind gefährdet

Angesichts der Kältewelle in Südosteuropa haben UNO-Organisationen von Ländern wie Griechenland und Serbien mehr Hilfe für Migranten gefordert. "Es geht um die Rettung von Menschenleben", sagte eine Sprecherin des UNO-Kinderhilfswerkes (UNICEF) am Freitag in Genf. Es dürfe nicht darum gehen, bürokratische Vereinbarungen einzuhalten. "In Griechenland herrscht eine schreckliche Lage."

Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) sind wegen der Kälte bisher fünf Schutzsuchende gestorben. Etwa 1.000 müssten in Griechenland in unbeheizten Zelten und anderen Massenunterkünften leben. Die Organisation forderte deswegen, die Flüchtlinge und Migranten aufs griechische Festland zu bringen.

UNICEF äußerte sich auch über die Lage auf der Fluchtroute zwischen Nordafrika und Italien besorgt. Dort habe sich die Zahl unbegleiteter Minderjähriger im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 verdoppelt. Die Mehrzahl seien männliche Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren gewesen. Es seien aber auch jüngere Kinder und Mädchen darunter. UNICEF forderte eine europäische Lösung, um die Minderjährigen zu schützen.

Auch die Hilfsorganisation CARE warnte wegen der eisigen Wintertemperaturen vor Lebensgefahr für die Flüchtlinge, die in Serbien und Griechenland gestrandet sind. "Die Gesundheit geflohener Menschen, gerade der Kleinsten und Schwächsten, ist von Schnee und Kälte akut bedroht", erklärte Sumka Bucan, CARE Balkan-Regionaldirektorin am Freitag.

In Serbien sitzen laut CARE mehr als 7.200 Menschen aufgrund der Grenzschließungen fest. In Belgrad schlafen demnach etwa 2.000 junge Menschen in verlassenen Gebäuden im Stadtzentrum. Sie haben Angst, abgeschoben zu werden und hoffen, dass die Grenzen wieder öffnen. Etwa 1.000 Flüchtlinge, darunter Kinder, leben den Angaben zufolge in Belgrad auf der Straße. "Die Bedingungen sind absolut unmenschlich", so Bucan. "Es gibt kein Wasser und nur sehr begrenzten Zugang zu Sanitäranlagen und ärztlicher Versorgung. Es ist absolut unerträglich, dass sie nun mitten in Europa Angst haben müssen zu erfrieren."

60.000 Flüchtlinge und Migranten seien vom heftigen Wintereinbruch in Griechenland betroffen, wo sie zehn Monate nach der Schließung der Balkanroute leben. "Sie haben keine andere Wahl als in unbeheizten Zelten, Lagerhallen und überfüllten Wohnungen auszuharren. Die Vorbereitungen der Hilfe für Flüchtlinge lief schleppend", berichtet Aleksandra Godziejewska, CARE-Länderdirektorin in Griechenland. Auch die Situation auf den griechischen Inseln sei weiterhin schlecht, die Empfangszentren komplett überfüllt.

(APA)

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