Nach Meinung von Integrationsstaatssekretär Kurz nutzt Österreich das Potenzial nicht, das durch sprachlich gut ausgebildete Migranten vorhanden wäre, und bezeichnete dies als "Wahnsinn". "Jeder siebente Migrant verlässt das Schulsystem, ohne einen Hauptschulabschluss zu haben", sagte er. Erneut betonte er in diesem Zusammenhang die Sprachfrühförderung für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.
Neben dem Spracherwerb für Migranten trage aber auch der persönliche "Einsatz" und der "Respekt für Österreich" zu einer besseren und einfacheren Integration der Betroffenen bei. Migranten sollten Einsatz im Erwerbsleben zeigen, aber auch im ehrenamtlichen Bereich, führte Kurz aus: ob in Sport- oder Musikvereinen oder beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr. Miteinander soll die Öffnung für Vereine erzielt und die "Bereitschaft und der Wille bei Migranten" zum Mitwirken geweckt werden, erläuterte der Integrationsstaatssekretär.
Die Grünen fordern von der Bundesregierung unterdessen eine politische Strategie zur Verringerung der Zahl früher Schulabgänger - eine Gruppe, in der Migranten überproportional vertreten sind. Die Gründe, die zum vorzeitigen Verlassen des Schulsystems führen, sind laut Mario Steiner vom Institut für Höhere Studien vielfältig und reichen von Orientierungslosigkeit wegen mangelnder Berufsinformation bis zu schlechtem Selbstbewusstsein wegen Selektionserfahrungen (Sitzenbleiben, negative Noten).
Steiner ortet in Österreich auch Probleme beim Schulsystem, das zu selektiv sei. So seien Jugendliche mit Migrationshintergrund an AHS, berufsbildenden Schulen und höheren Schulen unterrepräsentiert. An den Sonderschulen seien sie hingegen deutlich überrepräsentiert, sagte Integrationssprecherin Alev Korun.
In einem am Donnerstag präsentierten Bericht appelliert die OECD an Österreich, bereits begonnene Reformen voranzutreiben und benachteiligte Schüler stärker zu unterstützen, um für mehr soziale Fairness zu sorgen. Die konkreten Empfehlungen aus der Studie: "Neue Mittelschulen" für alle, kein Sitzenbleiben mehr, Abschaffen der freien Schulwahl durch die Eltern und Ausbau der Bildungs- und Berufsberatung.
(APA)

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