Bundespräsident Heinz Fischer hat Österreichs Muslimen angesichts Islam-feindlicher Töne im Wahlkampf geraten, "kühlen Kopf" zu bewahren. "Ich begrüße es, wenn man sich in einer solchen Zeit nicht provozieren lässt", sagte er Montagabend vor Vertretern der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGiÖ) anlässlich des zu Ende gegangenen Ramadans in der Hofburg.
IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh meinte daraufhin: "Wir nehmen diese Meldungen wahr, aber lassen uns nicht provozieren." Der Bundespräsident bekannte sich - abermals zu diesem Anlass - zum Gleichheits-Grundsatz, sprach sich für Achtung für die Mitmenschen aus und wandte sich gegen Vorurteile gegenüber Volksgruppen und Religionen. Gerade in Zeiten bevorstehender Wahlen, wo Hektik herrsche, dürfe man aber nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, so der Bundespräsident. Er, Fischer, sei zwar nicht der Erste, der sich mit Stellungnahmen nach vorne dränge, "aber wenn es notwendig ist, kann man sich darauf verlassen".
Angesichts der anstehenden Wahlen in der Islamischen Glaubensgemeinschaft, die im November in Kärnten beginnen, zeigte sich Fischer zuversichtlich, dass alles korrekt verlaufen werde. "Es wird, glaube ich, eine demokratische Prozedur sein und es wird der gemeinsamen Sache dienlich sein." Der Bundespräsident versprach auch, sich in diesen Prozess nicht einzumischen.
IGGiÖ-Präsident Schakfeh bekannte sich im Namen seiner Gemeinschaft zu den "Grundregeln der Republik", die für die Muslime "auf jeden Fall bindend" seien. Man wolle diese weder anfassen noch verändern. Aber: "Manche wollen das nicht einmal wahrnehmen." Dies würde lediglich zur Folge haben, dass "Behauptungen und Verleumdungen" als nicht wahr entlarvt würden. "Wir machen trotzdem weiter", so der IGGiÖ-Präsident, der sich für die Muslime in Zukunft "gleiche Rechte und Pflichten" wie für alle Österreicher wünschte.
Seit seinem Amtsantritt veranstaltet Fischer jährlich den Empfang zum Ende der Fastenzeit der Muslime - "und ich werde weiter bemüht sein, den Kontakt zu den verschiedenen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften zu halten".
(APA)

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