FPÖ-Obmann Strache hat sich in der ÖVP mit seinen jüngsten Aussagen alles andere als beliebt gemacht. Zwar bleibt es Parteilinie, für die Regierungsverhandlungen nach der nächsten Wahl keine Partei ausschließen zu wollen, mehrere namhafte ÖVP-Politiker machten aber zuletzt ihre Ablehnung zu einer Regierung mit der FPÖ deutlich und können sich Strache nicht an der Regierungsspitze vorstellen.
Andreas Khol, einst Co-Architekt von Schwarz-Blau, befasst sich eigentlich derzeit überhaupt nicht mit etwaigen Koalitionsoptionen, sagte er der "Presse", doch Straches Sager rund um den WKR-Ball hätten gezeigt, "dass er für das Amt des Kanzlers oder Vizekanzler unfähig ist", so der Seniorenbund-Obmann. "Für mich kommt er dafür nicht infrage." Die FPÖ quittierte diese Aussagen mit Vermutungen über Khols "gekränktem Ego" nach "der eigenen Demontage innerhalb der ÖVP", wie es FPÖ-Generalsekretär Kickl in einer Aussendung formulierte. Der Seniorenvertreter möge sich in Pension begeben, so der Wunsch der Blauen.
Justizministerin Karl lehnt Strache und die FPÖ derzeit ebenfalls ab. "Das ist für mich momentan nicht vorstellbar", sagte sie am Donnerstag in "Österreich", gefragt, ob sie einer Regierung mit der FPÖ angehören wollen würde. Wissenschaftsminister Töchterle hatte schon tags zuvor im "Standard" eine potenzielle Mitgliedschaft in einer schwarz-blauen Koalition höchst zurückhaltend kommentiert. "Das ist schon eine komplexe Option", meinte er dazu, und ergänzte, gefragt nach einem Ministeramt unter einem Kanzler Strache: "Das ist keine denkbare Vorstellung für mich."
Nach Strache hat unterdessen auch der freiheitliche Europa-Abgeordnete Franz Obermayr einen heiklen Vergleich für die Demonstrationen gegen den Wiener WKR-Ball verwendet: "In Wien war Pogrom-Stimmung", sagte er am Donnerstag zur APA. Es habe eine "geifernde Hatz" auf 16- und 17-Jährige und auf Frauen stattgefunden. Menschen, die den Ball besuchen wollten, seien beim Aussteigen attackiert worden.
Obermayr, der auch Präsident des Trägervereines des Linzer Burschenbundballs am 11. Februar ist, kritisierte, dass die Demonstranten bis auf 50 Meter an die Hofburg herangelassen worden seien. Obermayr war es auch, der führende Rechtsaußen-Politiker zum Ball der Burschenschafter in Wien eingeladen hatte. Darunter die "Front National"-Anführerin und französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen, der schwedische Parlamentarier Kent Ekeroth der "Schwedendemokraten" sowie Philip Claeys vom belgischen "Vlaams Belang".
(APA)

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