Die Nachwehen des Balls des Wiener Korporationsrings (WKR) vergangene Woche haben die Politik auch noch am Dienstag beschäftigt. FPÖ-Chef Strache beklagte via Facebook "bewusste Verdrehungen" in der Berichterstattung über seinen umstrittenen Judenvergleich. Der Vorarlberger FP-Obmann Dieter Egger stellte sich mit einer Solidaritätsadresse hinter ihn.
Strache zog auf Facebook gegen seine Kritiker vom Leder, die sich "bewusster Verdrehungen" bedienten, die "Dinge völlig aus dem Zusammenhang" herauslösten und sich "gezielter Verleumdungen und Manipulationen" bedienten. "Ein Armutszeugnis und Sittenbild unserer Zeit und deren Ungeist, jedoch auch deren nervöses Zeichen, dass immer mehr Österreicher und Bürger uns ihr Vertrauen zu Recht schenken!", schrieb er auf seiner Pinnwand.
Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger war überzeugt, dass es sich bei dem Sager "um eine verzerrte und sinngemäß nicht richtige Wiedergabe seitens eines Journalisten" handle, wie er in einer schriftlichen Stellungnahme an die "Vorarlberger Nachrichten", die auch der APA vorliegt, erklärte. Dies sei ihm auch von der Bundespartei versichert worden. Egger hielt in seinem Statement generell fest, dass die Gräueltaten des NS-Regimes mit nichts zu rechtfertigen und zu vergleichen seien. Für die Gegendemos am Freitagabend zeigte er kein Verständnis.
Vorarlbergs FPÖ-Landesparteiobmann war im Landtagswahlkampf 2009 selbst über einen "Juden-Sager" gestolpert, indem er Hanno Loewy, den Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, als "Exil-Juden aus Amerika in seinem hoch subventionierten Museum" bezeichnet hatte.
Die SPÖ-Bundesratsfraktion zeigte sich unterdessen per Aussendung "fassungslos und entsetzt" über den Angriff auf den früheren Bundesrat Konecny nach der Demonstration. Dieser war eigenen Angaben zufolge von einem Mann mit Schlagring attackiert worden, mehrere Polizisten hätten tatenlos zugesehen. Innenministerin Mikl-Leitner solle alles unternehmen, um diesen Übergriff aufzuklären, hieß es.
(APA)

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