Wien Wolkig Nebel 20.4°C
Quelle: ZAMG

Relevante Jobs

Bildergalerien

FPÖ-Mandatar drohen nach WKR-Ball Konsequenzen

30.01.2012 - 12:50
Podgorschek spricht von Willkürakt von Darabos© APA (Fohringer)Podgorschek spricht von Willkürakt von Darabos

Der Besuch des Balls des Wiener Korporationsringes könnte für den FPÖ-Abgeordneten Elmar Podgorschek Konsequenzen haben: Weil der Hauptmann der Miliz in seiner grauen Ausgehuniform erschienen ist, was von Verteidigungsminister Darabos verboten worden war, droht ihm u.a. eine Verwaltungsstrafe. Für Aufregung sorgt auch ein Vergleich von FPÖ-Chef Strache mit der "Reichskristallnacht".

"Sollte das so stattgefunden haben, wird es selbstverständlich Konsequenzen geben. Wir werden das zur Anzeige bringen", kündigte Darabos' Sprecher im Zusammenhang mit Podgorscheks Auftritt in Uniform an. Dieser hofft auf eine Anzeige, wie er laut "derstandard.at" sagte: "Ich betrachte das Uniform-Verbot als Willkürakt des Ministers."

Der FPÖ-Politiker will alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Auch disziplinarrechtliche Sanktionen sind nicht ausgeschlossen: "Die zuständigen Stellen im Bundesheer werden disziplinarrechtliche und verwaltungsstrafrechtliche Konsequenzen prüfen", erklärte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der APA.

Aufregung herrschte indes in der ÖH. Strache soll laut "Standard" zu späterer Stunde und ohne zu wissen, dass ein Journalist in der Nähe ist, gemeint haben, "das war wie die Reichskristallnacht", "wir sind die neuen Juden", es habe Brandanschläge auf die Burschenschafterbuden gegeben. "Wer für diesen Ball arbeitet, der bekommt gleich den Judenstern aufgedrückt", beklagte demnach außerdem Klaus Nittmann, Geschäftsführer des freiheitlichen Bildungsinstituts.

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) sieht im Vergleich von Strache "von Besuchern des WKR-Balles mit der Judenverfolgung" eine "ungeheuerliche Provokation" und kündigte am Montag eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft an. FPÖ-Generalsekretär Vilimsky wies die "künstliche und lächerliche Empörung" zurück.

Die ÖH verurteilte Straches Aussagen in einer Aussendung: "Die BallbesucherInnen als 'die neuen Juden' zu bezeichnen und die Angriffe auf Burschenschafterbuden mit der Reichskristallnacht zu vergleichen ist geschmacklos und zeugt vom verfälschten Geschichtsverständnis innerhalb der FPÖ", so das ÖH-Vorsitzteam.

(APA)

Home
Meinung
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech