Stinkbomben und Stromausfälle haben am Donnerstagabend den Wahlkampfauftakt der FPÖ für die Wien-Wahl am 10. Oktober begleitet. Wenige Minuten nachdem Parteichef Strache die als Boxring gestaltete Rednertribüne in der Lugner-City betreten hatte, versagte die Technik. Als der Strom wieder funktionierte, brachte ein Besucher Buttersäure aus, was das Vergnügen der FPÖ-Anhänger beeinträchtigte.
"Wir sind die Hoffnung der Hoffnungslosen", ließ sich Strache jedoch von derlei Unbill nicht beirren. Die Freiheitlichen bliesen im Atrium des Lugner'schen Konsumtempels mit dem Plakat "Ring Frei" zum Duell mit Bürgermeister Häupl. Entsprechend schoss sich Strache in seiner Rede vor - laut FPÖ-Angaben - 2.000 Anhängern auf den politischen Hauptgegner ein: "Ich bin sportlicher, ich habe mehr Kondition, ich bin wendiger - ich bin überzeugt, dem Häupl wird die Luft ausgehen." Wahrscheinlich werde dieser bald als "Bürgerservice" ausgefüllte Stimmzettel mit dem Flugzeug über Wien abwerfen lassen.
Die FPÖ jedenfalls sei nicht prinzipiell gegen Fremde, unterstrich Strache: "Ich bedanke mich bei allen Menschen, die anständig sind und zu uns gekommen sind." Man wolle aber keine Unanständigen importieren. "Der Wiener ist kein Volk und auch keine Rasse - wer etwas anderes behauptet, der redet Unsinn", stellte Strache klar. Es gehe vielmehr um eine Lebensart und eine Tradition, die man verteidigen wolle.
Vor dem Einkaufszentrum war die Stimmung wenig affirmativ. Zu den vier angemeldeten Gegendemonstrationen hatte sich eine recht kleine Schar an Aktivisten eingefunden - vornehmlich Sympathisanten der Linkswende, der Sozialistischen Linkspartei, der Sozialistischen Jugend und Jugendorganisation Revolution. Neben Sprüchen wie "FPÖ heizt und Stiefelnazis handeln" gingen einige Demonstranten noch weiter und forderten: "Strache steig ins Auto ein und lass den Haider nicht allein." Zu Zwischenfällen kam es laut Polizei allerdings nicht.
Die Grüne Klubchefin Vassilakou sprach von einem "menschenverachtenden Wahlkampf". "Nichts Neues von der heiseren Sprücheklopfer-Partie", beschied ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter.
(APA)

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