Arigona Zogaj, ihre beiden minderjährigen Geschwister und ihre Mutter, die Mitte Juli in den Kosovo ausgereist sind, weil sie in Österreich kein Bleiberecht bekommen haben, werden es ziemlich sicher nicht schaffen, bis zum Schulbeginn nach Österreich zurückzukehren. Die dazu notwendigen Visa liegen nicht vor, die Anträge dafür sind nämlich noch gar nicht gestellt worden.
Das bestätigte der die Familie unterstützende Pfarrer von Ungenach Josef Friedl auf APA-Anfrage am Dienstag. "Wann sie wieder kommen, weiß ich nicht", sagte Friedl. Die Familie lebe nach wie vor in einer Wohnung außerhalb von Pristina. Derzeit fehle noch eine wichtige Voraussetzung für die Anträge auf Schülervisa für die Kinder beziehungsweise für ein Saisonniervisum für die Mutter: Die Übertragung des Sorgerechtes für die Kinder vom Vater, der sich von der Familie getrennt hat, auf die Mutter. Das ist notwendig, wenn sie mit den Kindern aus dem Kosovo ausreisen will. Der Vater hat grundsätzlich zugestimmt. Der Akt liege nun bei den Justizbehörden im Kosovo. Wann sie eine Entscheidung fällen, sei nicht absehbar, erklärte Friedl.
Die übrigen Voraussetzungen für die Visa-Anträge seien hingegen bereits erfüllt. Die Schulen der Kinder hätten sich bereiterklärt, sie auch weiterhin aufzunehmen. Auch Bürgen, die in der Lage sind, die Lebenserhaltungskosten für ihren jeweiligen Schützling zu tragen, wurden gefunden.
Ungeklärt war am Dienstag nach wie vor das Schicksal eines jungen Georgiers in Oberösterreich, der so wie vor einigen Jahren Arigona Zogaj bei einem Abschiebungsversuch Ende Juni geflüchtet ist. Von ihm gebe es keine Spur, bestätigte die Bezirkshauptmannschaft Vöcklabruck, die weiterhin nach ihm suchen lässt, auf Anfrage. Sie geht aber mittlerweile davon aus, dass er sich nicht mehr in Österreich aufhält.
(APA)

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