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Lehrer: Auch Vizekanzler Pröll für Länderkompetenz

23.08.2010 - 19:18
Pröll zeigt sich diskussionsbereit© APA (Neubauer)Pröll zeigt sich diskussionsbereit

Vizekanzler Pröll unterstützt die Linie der ÖVP-Landeshauptleute sowie des burgenländischen SP-Landeschefs Niessl, alle Lehrer in die Verantwortung der Länder zu übergeben. Er sei "absolut diskussionsbereit", Bildungsziele und -qualität müssten allerdings Bundessache bleiben, sagte Pröll den "SN". Ablehnend äußerte er sich zum Vorstoß von Bundeskanzler Faymann für eine längere Lehrer-Arbeitszeit.

Für Pröll könnte auch die Verwaltung der Lehrer und der Schulgebäude samt dem Budget "etwa nach einer Schüler-Kopfquote" an die Länder gehen, man dürfe aber nicht neun unterschiedliche Bildungsregionen schaffen. Er plädierte für klarere Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern, das jahrzehntelang gewachsene Mischsystem müsse aufgebrochen werden. "Das ist realistisch. Und da gibt es beträchtliche Einsparungsziele", so Pröll, für den es nicht undenkbar ist, dass dies bis Mitte November gelingt.

Ablehnend äußerte sich der Finanzminister zum gegenteiligen Ziel von Bildungsministerin Schmied. "Alles zu zentralisieren, ist der Wunsch vieler Bundespolitiker, auch von mir. Aber das ist Utopie, denn man muss schon die realpolitische Verfassung des Landes sehen."

Wenig begeistert zeigte sich Pröll auch vom neuerlichen SPÖ-Vorstoß zur Ausweitung der Lehrer-Arbeitszeit. Er verwies auf die Debatte des Vorjahrs, damals habe man als Alternative die Zulagen der Lehrer um mehr als 100 Millionen Euro gekürzt, was bis dahin als unantastbar gegolten habe. "Ich würde überhaupt davor warnen, sich in der Lehrerdebatte im Populismus zu verheddern. Zu sagen, die Lehrer sollen zwei Stunden mehr arbeiten, klingt am Stammtisch gut. Aber es bringt die Bildungsdebatte nicht weiter", betonte Pröll.

(APA)

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