Quelle: ZAMG

Kurz legt "Nicht Streiten" auch anderen ans Herz

24.12.2018 - 13:59
Bundeskanzler Kurz (ÖVP) gibt Tipps zum besinnlichen Zusammensein© APA (ORF)Bundeskanzler Kurz (ÖVP) gibt Tipps zum besinnlichen Zusammensein

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat zu Weihnachten den Grundsatz des Nicht-Streitens seiner türkis-blauen Koalition auch anderen ans Herz gelegt. Es würde nicht schaden, wenn auch andere diesen Zugang übernehmen würden, sagte Kurz in der Fernsehsendung "Licht ins Dunkel". Ihm persönlich sei es "nicht sonderlich schwer" gefallen, diesen Grundsatz einzuhalten.

Er versuche immer, Sachargumente in den Vordergrund zu stellen. Der ÖVP-Obmann gestand zu, dass es in der Koalition mit der FPÖ auch Meinungsverschiedenheiten gebe, weil es zwei Parteien mit unterschiedlichen Grundhaltungen und Werten seien. Diese Differenzen würden aber im kleinen Kreis oder unter vier Augen besprochen.

Auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) betonte, dass man sich intern zusammensetzen, um einen Kompromiss zu finden und diesen dann auch umsetze. Mit diesem respektvollen Umgang habe man gezeigt, dass es auch anders gehe. Diese Regierung habe in dem einen Jahr mehr umgesetzt als die Vorgängerregierungen in den letzten 12 Jahren. Auch Kurz betonte, dass in dem Jahr ganz klare Weichenstellungen vorgenommen worden seien - von der Beendigung der Schuldenpolitik bis zur Entlastung kleiner Einkommen und von Familien mit Kindern. Manches sei auch umstritten, aber es gehöre auch dazu, das umzusetzen, was man als richtig erachte und sich nicht beirren zu lassen, sagte Kurz.

Angesichts der bald bevorstehenden Geburt seines Sohnes bekräftigte Strache, dass er einen Papa-Monat nehmen werde. In der entscheidenden Phase in den ersten vier Wochen nach der Geburt wolle er bei seinem Kind und seiner Frau sein, betonte der Vizekanzler. Seinen Gehalt in dieser Zeit werde er spenden.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen meinte, dass es zwar Konflikte in der Politik gegeben habe, aber eine Spaltung in der Gesellschaft sieht er noch nicht. Man müsse jedoch darauf achten, dass es nicht zu einer solchen komme, meinte Van der Bellen. Der Bundespräsident findet es deshalb wichtig, einander mit Respekt zu begegnen und aufeinander zu schauen. Auch ein noch so gutes Sozialsystem habe immer Lücken, deshalb sei es wichtig, dass die Zivilgesellschaft bereit sei zu helfen, betonte der Bundespräsident bei "Licht ins Dunkel".

Auch Kardinal Christoph Schönborn war bei "Licht ins Dunkel" zu Gast und hat dazu aufgerufen, den Mitmenschen Aufmerksamkeit zu schenken. Man solle die Not sehen, den Anderen sehen, sagte der Wiener Erzbischof. "Ich kann mich nicht selbst finden, wenn ich nur auf mich schaue." Das sei ein einfaches Rezept für ein glückliches Leben.

Im "Standard" mahnte Schönborn den Dialog ein. "Ich setze immer darauf, dass man miteinander reden kann - mit Politikern aller Lager. Darum bemühen wir uns", erklärt der Wiener Erzbischof. "Wir suchen intensiv das Gespräch: über Einzelfälle wie über das Grundsätzliche. Ich möchte diese Schiene weiterpflegen, so wie die Sozialpartnerschaft bei uns funktioniert hat. Man setzt sich zusammen und ringt miteinander. Worum ich nur schon bitte, ist die Gesprächsbereitschaft."

Auch SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat zu Weihnachten betont, dass man gerade auch in der Politik nie den Respekt voreinander und die Gesprächsbereitschaft miteinander verlieren dürfe. Das Miteinander müsse auch in der Politik in den Fokus gestellt werden, sagte sie in der "Licht ins Dunkel" - Sendung.

(APA)

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