Quelle: ZAMG

Faßmann stellt Zentralmatura punktuell auf Prüfstand

26.06.2018 - 15:13
Bildungsminister Faßmann gab die Zahlen bekannt© APABildungsminister Faßmann gab die Zahlen bekannt

Die schriftliche Mathematik-Zentralmatura 2018 ist eher schlecht ausgefallen: An den AHS scheiterten rund 22 Prozent, an den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) 19 Prozent. Auch wenn sich die meisten Maturanten diesen Fünfer bei den (mündlichen) Kompensationsprüfungen ausbesserten, ortete Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) Evaluierungsbedarf. Am Matura-Grundkonzept will er aber nicht rütteln.

An den AHS gab es damit schriftlich doppelt so viele Fünfer wie in den Jahren 2015 und 2017 und gleich viele wie 2016. An den BHS waren ebenfalls doppelt so viele "Fleck" zu verzeichnen wie 2017 (2016: 13 Prozent). Nach den Kompensationsprüfungen sahen die Resultate zwar schon wesentlich freundlicher aus, es blieben aber immer noch etwas mehr Schüler ohne Maturaabschluss als im Vorjahr: So scheiterten an den AHS insgesamt 7,1 Prozent (2017: 4,8 Prozent), an den BHS waren es 5,2 Prozent (2017: 3,3 Prozent). Diese Schüler müssen an einem neuen Termin wieder zur schriftlichen Matura antreten.

Am schlechtesten fiel die Mathematik-Zentralmatura bei der Berufsreifeprüfung aus (bei der allerdings verhältnismäßig am wenigsten Kandidaten antraten, Anm.). Schriftlich scheiterte dort fast die Hälfte der Schüler (47 Prozent; 2017: 30 Prozent), selbst nach den Kompensationsprüfungen blieb noch ein Viertel auf einem Fünfer sitzen.

Faßmann nimmt die Ergebnisse zum Anlass, einige Dinge bei der Zentralmatura auf dem Prüfstand zu stellen. Mehr oder weniger fix dürften kürzere Angabentexte in Mathe sein. Beim Beurteilungsschema wünscht er sich eine klarere Entscheidungsgrundlage für die Punktevergabe. Unter anderem soll ein stärkerer Fokus auf Verständnis und Kompetenz gelegt werden. Überdacht werden soll auch die Vorgabe, dass an den AHS der erste Teil der Mathe-Matura nach zwei Stunden abgegeben werden muss, bevor der zweite Teil begonnen wird. Überarbeitet werden soll auch der Katalog der Grundkompetenzen in Mathematik.

Dazu wird noch eine "Überprüfungsgruppe" mit Schulpartnern, Mitgliedern der Bundes-Reifeprüfungskommission, Fachdidaktikern, und Mathematikern eingerichtet. Der ehemalige Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz (SPÖ) soll als Vorsitzender eines "Forum Zentralmatura" Feedback von Schulen in allen Bundesländern einholen. Schließlich soll auch noch die Bedeutung der Feldtestungen der Aufgaben im Vorfeld der Matura steigen.

Als "mau" bewertet Bundesschulsprecher Harald Zierfuß die Ergebnisse der Mathematik-Zentralmatura. Über Faßmanns Evaluierungspläne zeigte er sich ebenso wie FPÖ-Bildungssprecher Wendelin Mölzer erfreut. Den NEOS gehen diese wiederum nicht weit genug.

Kaum Auffälligkeiten gab es bei den anderen beiden "großen" Zentralmatura-Fächern Deutsch und Englisch: In Deutsch kassierten an den AHS heuer wie im Vorjahr fünf Prozent der Schüler einen Fünfer, an den BHS scheiterten zunächst knapp sechs Prozent (2017: etwas mehr als vier Prozent). Nach den Kompensationsprüfungen blieb jeweils ein knappes Prozent über. In Englisch gab es an den AHS diesmal schriftlich für acht Prozent einen Fünfer (2017: sieben), nach den Kompensationsprüfungen blieben wie im Vorjahr zwei Prozent darauf sitzen. Auch an den BHS waren die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr praktisch ident (zwölf Prozent Fünfer schriftlich, drei Prozent nach den Kompensationsprüfungen).

(APA)

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