Quelle: ZAMG

Germania: Wiener FPÖ hat Ex-Germanen im Landtag sitzen

03.02.2018 - 16:27
Berger hat die Burschenschaft verlassen© APABerger hat die Burschenschaft verlassen

Die Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt" war bis vor kurzem auch im Wiener Landtag vertreten - und zwar durch den FPÖ-Abgeordneten Stefan Berger, wie das "profil" berichtet. Allerdings betont der Freiheitliche, die Verbindung nach dem Bekanntwerden eines rassistischen und antisemitischen Liedtexts verlassen zu haben.

In einer Stellungnahme gegenüber "profil" nennt er die entsprechenden Liedstellen "widerlich und verurteilenswert". Natürlich habe er diese nicht gekannt, sonst hätte er Strafanzeige erstattet: "Mit diesem Gedankengut will ich nichts zu tun haben."

Auch der niederösterreichische FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer hatte die "Germania zu Wiener Neustadt" verlassen, nachdem der entsprechende Liedtext an die Öffentlichkeit geraten war. Er verzichtete allerdings nach starkem Druck von ÖVP und Medien (zumindest vorläufig) auf sein vergangenen Sonntag errungenes Landtagsmandat.

Mit Kritik reagieren SPÖ und Grünen darauf, dass mit Stefan Berger ein Ex-Mitglied der Burschenschaft im Wiener Landtag sitzt. "Deutschtümelei und vor allem Antisemitismus haben im Wiener Rathaus nichts verloren. Ziehen Sie wie Ihr Kamerad Udo Landbauer die Konsequenzen", forderte am Samstag SPÖ-Klubobmann Christian Oxonitsch von Berger.

Der Grüne Klubchef David Ellensohn verlangte, sämtliche Burschenschaften auf deren Demokratiefeindlichkeit, Antisemitismus sowie Verstöße gegen das Verbotsgesetz zu untersuchen: "Ich nehme nicht an, dass die blauen Burschenschafter nur 'Hänschen klein' zum Besten geben."

(APA)

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