Quelle: ZAMG

Persönliches Treffen zwischen Kurz und Strache

19.10.2017 - 18:42
Die beiden Politiker trafen sich "privat"© APADie beiden Politiker trafen sich "privat"

Zwischen ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat es Mittwochabend ein erstes persönliches Treffen gegeben. Der "Kurier" berichtet von einem rund dreistündigen Gespräch in Straches Wohnung in Klosterneuburg. Strache bestätigte am Donnerstag der Tageszeitung "Österreich" das "private" Treffen.

In diesem "sehr offenen, sympathischen, freundlichen" Gespräch sei man sich "menschlich näher gekommen". Es sei, so Strache, sein erstes Vier-Augen-Gespräch mit Kurz gewesen. Dass der ÖVP-Chef Kanzler wird, ist für Strache "der demokratiepolitische Auftrag" aus der Wahl. Christian Kern (SPÖ) sei - "meiner Meinung nach Ja" - abgewählt worden. Die FPÖ werde, wenn Kurz sie zu Koalitionsverhandlungen einlädt, keine Parallelverhandlungen mit einer anderen Partei führen, versicherte der FPÖ-Chef.

Ein Kurz-Sprecher meinte zur APA unterdessen lediglich: "Wir bestätigen, dass es informelle Gespräche mit allen Parteien gibt. Sollte Kurz den Regierungsbildungsauftrag erhalten, wird es auch formale Annäherungsgespräche geben."

FPÖ-Generalsekretär und EU-Abgeordneter Harald Vilimsky wies Berichte über Geheimverhandlungen für eine schwarz-blaue Koalition zurück. "Es gibt ja nicht einmal den Regierungsbildungsauftrag. Wenn es den gibt, wird man sehen. Aber wir sind vor dem Punkt Null. Es ist nicht irgendetwas auf Schiene. Es liegt an der ÖVP zu sondieren", sagte Vilimsky auf Anfrage der APA am Donnerstag.

Auf allfällige Bedingungen der FPÖ für eine Regierungsbeteiligung angesprochen, bestätigte Vilimsky lediglich das Innenressort. "Fordern tun wir das Außenressort, Bedingung ist das Innenressort". Wenn es das Außenamt nicht wird, was dann? Vilimsky: "Wir fordern nicht etwas, um es gleich wieder fallen zu lassen". Allerdings sei derzeit alles viel zu früh.

Befragt, ob die ÖVP von der FPÖ ein Bekenntnis zur EU als Koalitionsbedingung verlangen, antwortete Vilimsky, dass "die Freiheitlichen die erste Europapartei" in Österreich gewesen seien. Außerdem habe die FPÖ "nie den Öxit (Ausstieg Österreichs aus der EU, Anm.) gefordert", betonte er. Dass der frühere freiheitliche Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer das in den Raum gestellt habe, sollte die Türkei der EU beitreten, sei richtig. Aber es wäre eine andere Situation, wenn die Türkei beitreten sollte.

(APA)

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