Quelle: ZAMG

Grüne wollen eigenes Ministerium für Umwelt- und Klimaschutz

22.09.2017 - 14:57
Die Grüne wählten für ihre Präsentation das Palmenhaus© APADie Grüne wählten für ihre Präsentation das Palmenhaus

Die Grünen fordern, dass Umwelt und Klimaschutz nach der Wahl ein eigenes Ministerium bekommen. Dies würde die Umsetzungskraft dieser Themen stärken, zeigte sich Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek bei einer Pressekonferenz am Freitag überzeugt. Sie pocht auch darauf, dass bis 2050 100 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen stammt.

Die Grünen wählten für die Präsentation ihres Umweltprogramms das Palmenhaus im Wiener Burggarten. Lunacek wurde dabei nicht nur von Bundesparteichefin Ingrid Felipe aus Tirol, sondern auch von grünen Landesregierungsvertretern begleitet. "Österreich hat sich zu einem Bremserstaat entwickelt in der EU", kritisierte die Europamandatarin Lunacek. In der Regierung gebe es konkurrierende Interessen, oft fehle eine einheitliche, klare Position: "So verspielt Österreich die Führungsrolle, die wir Grüne für Österreich wollen." Sie verwies darauf, dass Österreich per Juli 2018 die Ratspräsidentschaft übernimmt und dann brauche es jemanden an der Spitze, der dafür sorgt, dass beim Klimaschutz etwas weitergeht.

Die Bereiche Umwelt- und Klimaschutz sowie Energie sollen daher in einem eigenen Ministerium zusammengefasst werden, das mit entsprechender Umsetzungskompetenz ausgestattet ist. Derzeit seien diese Themen aufgesplittert: "Wir wollen ein Ressort", so Lunacek. Ob sie dieses auch gerne besetzen würden? Die Grünen arbeiten an einer Regierungsbeteiligung, so Lunacek: "Wenn das gelingt, wäre das sicher eine Option." Man verfüge über gute Leute und Ideen, das habe man in der Vergangenheit gezeigt, meinte die Spitzenkandidatin.

Inhaltlich schlagen die Grünen etwa vor, dass bis zum Jahr 2050 die gesamte Energieversorgung zu 100 Prozent auf Erneuerbare umgestellt wird. Ab 2030 soll es keine Neuzulassung fossiler Fahrzeuge geben und damit alle auf das Auto verzichten können, brauche es leistbare Öffis. "Das Dieselprivileg muss weg", erklärte Felipe weiters und spricht sich auch dafür aus, dass die Steuern anders gestaltet werden - ohne die Steuerquote zu erhöhen. Vielfalt beim Saatgut sowie artgerechte Tierhaltung wären ebenfalls wichtig für die Ökobilanz.

Als Koalitionsbedingungen wollte Lunacek die genannten Forderungen zwar nicht bezeichnen. Der Stop für die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2030 aber wäre ein zentrales Thema bei Regierungsverhandlungen: "Das gebietet die Vernunft", so die Europaparlamentarierin.

"Am 15. Oktober haben wir keine Kanzlerwahl, sondern eine Klimawahl", stellte Felipe fest. Der Klimawandel sei spürbar, verwies sie auf die Unwetter, Ernteausfälle und die Hitze im vergangenen Sommer. Nun im Wahlkampf würden zwar viele davon sprechen, dagegen etwas unternehmen, das tun aber nur wenige, kritisierte Felipe.

(APA)

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