Quelle: ZAMG

Dönmez legt im Streit um Leitner-Naheverhältnis zu Kern nach

02.09.2017 - 21:19
ORF und SPÖ weisen Vorwürfe von Dönmez zurück© APAORF und SPÖ weisen Vorwürfe von Dönmez zurück

Nach seinem Vorwurf, es gebe ein angebliches Naheverhältnis zwischen Kanzler Christian Kern (SPÖ) und "Zeit im Bild"-und "Sommergespräche"-Moderator Tarek Leitner, hat der ÖVP-Kandidat Efgani Dönmez nachgelegt. Gegenüber dem "Kurier" (Sonntag) berichtete Dönmez von einem weiteren gemeinsamen Urlaub von Leitner und Kern im Herbst 2016. Aus der SPÖ-Zentrale und dem ORF wurde dies sofort dementiert.

Der Ex-Grüne Dönmez, der auf Platz fünf der ÖVP-Bundesliste kandidiert, behauptet, von einer "vertrauenswürdigen Quelle" erfahren zu haben, dass Leitner im Herbst 2016 gemeinsam mit Kern in Marokko gewesen sei, als dieser bereits Kanzler war. Da es sich bei dem anstehenden ORF-"Sommergespräch" "um ein wahlentscheidendes Interview" handle, habe das Ganze eine schiefe Optik. Der ÖVP-Kandidat fordert daher, dass ein anderer ORF-Moderator das Gespräch führen solle.

Empört reagierten am Samstag der SPÖ-Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler und der ORF. Kaum ein Tag vergehe, "an dem Kurz und seine Vasallen nicht neue Unwahrheiten über Bundeskanzler Christian Kern verbreiten", kritisierte Niedermühlbichler in einer Aussendung am Samstagabend und sprach von einer "Sudelkampagne". Der Vorwurf sei falsch, "Christian Kern war nämlich in seinem ganzen Leben noch nie in Marokko".

Im ORF-Zentrum Küniglberg wurden die neuen Vorwürfe ebenfalls zurückgewiesen. Dass Leitner im Herbst 2016 mit dem Kanzler urlaubte, sei schlichtweg falsch, erklärt ein ORF-Sprecher laut "Kurier".

Zuvor hatten laut Recherchen von Efgani Dönmez ORF-Moderator Leitner und Kern bereits mehrmals Urlaub auf einer Finca in San José auf der spanischen Insel Ibiza gemacht. Die Familien würden sich demnach schon lange kennen. "Ich halte es für befremdlich, dass Tarek Leitner im Wahlkampf die TV-Duelle moderiert, obwohl er mit Kern gemeinsam auf einer Finca in Ibiza auf Urlaub war und schon lange gut mit ihm befreundet ist. In Deutschland wäre so etwas absolut undenkbar. Ein echtes No Go", erklärte Dönmez gegenüber der APA. "Man kann ja gemeinsam auf Urlaub fahren, ich werfe niemandem eine Freundschaft vor, aber man sollte sich dann in Wahlkampfzeiten als befangen erklären."

Leitner, der wegen seines "Sommergesprächs" mit Kurz am vergangenen Montag und der dabei aufgetretenen Reibungsflächen vor allem von Anhängern des ÖVP-Spitzenkandidaten heftig in sozialen Medien kritisiert wurde, hatte entsprechende Vorwürfe schon im Juni zurückgewiesen. "Diese Urlaubslegende ist so, wie sie erzählt wird, ein Gerücht. Tatsache ist, dass wir durch die Schulfreundschaft unserer Kinder im Sommer 2015 mit mehreren Familien auf Urlaub waren, darunter auch mit der Familie Kern. Aber Christian Kern war damals noch weit davon entfernt, Bundeskanzler zu sein. Das ist mir wichtig", sagte Leitner gegenüber "News" und "tv-media".

(APA)

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