Quelle: ZAMG

Bürgermeister Häupl übergibt Ende Jänner den Parteivorsitz

27.08.2017 - 11:12
Häupl will sich ganz aus der Politik zurückziehen© APAHäupl will sich ganz aus der Politik zurückziehen

Der Countdown läuft: Der Wiener SPÖ-Chef, Bürgermeister Michael Häupl, wird Anfang kommenden Jahres das Zepter übergeben. Im Interview mit der APA hat er nun verraten: "Wir werden Ende Jänner 2018 einen Landesparteitag abhalten, wo wir einen neuen Parteivorsitzenden wählen." Spekulationen darüber, wer dies sein könnte, lehnt Häupl derzeit kategorisch ab.

"Mitten im Wahlkampf über einen Nachfolger zu diskutieren, kann ich ja wohl schwer jemanden anempfehlen. Jedenfalls wenn er betroffen ist", sagte der Bürgermeister - der auf einen harmonischen Wechsel hofft. Dass mehrere Kandidaten beim Parteitag antreten, sei "nicht unbedingt wünschenswert", stellte er klar. Zusatz: "Aber es ist auch kein Beinbruch."

Im Wahlkampf versprüht Häupl Zuversicht: Die SPÖ hat den Kampf um den ersten Platz bei der kommenden Nationalratswahl noch nicht verloren, zeigte er sich im Interview mit der APA überzeugt. Mit den Blauen kommt er dafür inhaltlich nach wie vor auf keinen grünen Zweig - und er übt auch harsche Kritik an ÖVP-Chef Sebastian Kurz. Der schüre Ängste und verweigere die Debatte.

Der Bürgermeister und Obmann der größten SPÖ-Landesorganisation freut sich durchaus auf den bevorstehenden Wahlkampf, wie er verriet: "Ja, ich mach das eigentlich ganz gerne." Eine sehr hohe intellektuelle Erwartungshaltung habe er an Wahlkämpfe jedoch nicht: "Aber du meine Güte, es ist so. Ich persönlich empfinde Wahlkampf immer als eine gewisse Herausforderung."

Dass die SPÖ nicht sehr erfolgreich in den Wahlkampf gestartet ist, will er so nicht stehen lassen: "Ich habe diesen Eindruck höchst eingeschränkt. Was ich eher höchst merkwürdig finde, ist, dass man wirklich läppische Dinge wie Auseinandersetzungen zwischen Büromitarbeitern oder auch die sogenannte Silberstein-Affäre zu Staatsaffären hochstilisiert. Das hat keinen Einfluss auf die Zukunft unseres Landes."

Potenzielle Nachfolger können sich im Parteivorstand bei der zuständigen Wahlkommission bewerben. Im Vorstand soll dann auch die Entscheidung fallen. Die internen Querelen in der roten Stadtpartei sind laut Häupl derzeit jedenfalls kein Thema mehr: "Momentan konzentrieren wir uns sehr darauf, einen ordentlichen und akzeptablen Beitrag für die Nationalratswahl zu leisten."

Danach werde man weitersehen: "Schau ma. Man soll ja die psychologische Auswirkung eines gemeinsamen Schulter-An-Schulter-Kampfs nicht unterschätzen." Nach seinem Abschied will er der Politik jedenfalls den Rücken kehren, schwor er. Gerne würde er hingegen in Fragen der Wissenschaftsorganisation beraten oder auch junge Forscher unterstützen: "Wenn man mich da brauchen kann, mach ich sicher das eine oder andere gern. Es muss ja nicht immer alles so hektisch sein, wie es jetzt ist."

Häupl ist seit 1993 Parteivorsitzender, ein Jahr später wurde er nach dem Rücktritt von Helmut Zilk zum Bürgermeister gewählt. Wer Häupls Erbe antritt, ist noch offen: Vorerst hat sich nur Wohnbaustadtrat Michael Ludwig offen als Kandidat für die Nachfolge ins Spiel gebracht. Ambitionen wurden zuletzt auch dem SPÖ-Klubobmann im Parlament, Andreas Schieder, nachgesagt.

(APA)

Home
Politik
Chronik
Wirtschaft
Sport
Kultur
Society
Life
Reise
Motor
Hightech