Quelle: ZAMG

Bischöfe sehen Osterglaube als Hoffnung gegen Terror und Tod

16.04.2017 - 12:18
Glaube könne vom Terror nicht ausgerottet werden, so Schönborn© APAGlaube könne vom Terror nicht ausgerottet werden, so Schönborn

Österreichs Bischöfe haben in ihren Ansprachen am Ostersonntag auch Bezug auf die aktuelle weltpolitische Lage genommen. Die Realität des Osterglaubens sei eine starke Macht, die auch von Terror und Tod nicht ausgerottet werden könne, erklärten die Bischöfe laut "kathpress". Es gehe darum, bei Konflikten nicht mit den gleichen Waffen zurückzuschlagen, betonte Kardinal Christoph Schönborn.

"Die Welt verändert sich, wenn wir an die Auferstehung glauben", sagte der Kardinal im Wiener Stephansdom. Der Glaube begründe eine "starke Gemeinschaft"; diese mache etwa möglich, dass im militärisch-politischen Bereich bei Attentaten, aber ebenso im persönlichen Bereich bei Kontroversen "nicht mit den gleichen Waffen zurückgeschlagen" werde. Durch diese Zurückhaltung "kommt ein Stück Hoffnung und Zuversicht in die Welt", sagte Schönborn laut "kathpress".

Auch der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl blickte in seiner Ansprache auf die Krisenherde der Welt. Ostern sei ein Stück weit Widerstand, um dem Terror und Schrecken, der sich "in immer schnellerer Folge vor unserer Haustür" zeige, zu widerstehen, sagte er. Egoismus, Nationalismus und ideologische Verblendungen würden immer mehr einem "Auseinanderdriften der Gesellschaft Vorschub" leisten. Auch die Sprache drohe zur "bloßen Effekthascherei" zu "degenerieren". Dagegen gelte es, "Orte des Lebens neu zu entdecken": "Unsere Familien, unsere Ehen, unsere Kirche als Botschafterin für das Leben und die Liebe."

Auch der Innsbrucker Diözesanadministrator Jakob Bürgler betonte in seiner Predigt, dass Gegengewalt nicht das Mittel zur Lösung sei. Als Beispiel brachte er die Aussage eines koptischen Christen, der bei den Selbstmordattentaten vom Palmsonntag in Ägypten mit mehr als 40 toten koptischen Christen erklärt habe, "was auch immer passiert: Wir sind Brüder". Er habe damit die Muslime gemeint, unter denen er lebe - und habe damit die Spirale der Gewalt durchbrochen. "Er redet nicht der Gegengewalt das Wort. Er erinnert an den Herrn seines Lebens, an Christus", so Bürgler.

(APA)

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