Quelle: ZAMG

Johanna Mikl-Leitner steht an der Spitze der NÖ Volkspartei

25.03.2017 - 14:02
Pröll übergibt das Landes-Zepter an die Ex-Innenministerin© APAPröll übergibt das Landes-Zepter an die Ex-Innenministerin

Johanna Mikl-Leitner ist am Landesparteitag der niederösterreichischen ÖVP am Samstag in St. Pölten mit 98,5 Prozent zur Landeschefin gewählt worden. 473 der 493 Delegierten stimmten für die 53-Jährige. "Ich nehme die Wahl an und danke für das sensationelle Vertrauen", sagte Johanna Mikl-Leitner nach der Wahl. Am Ergebnis von 98,5 Prozent "merkt man die Geschlossenheit und Entschlossenheit".

Sie versprach, dass sie mit dem ihr entgegengebrachten Vertrauen "sehr respektvoll" umgehen werde. "Es ist für mich ein sehr bewegender und emotionaler Moment", sagte Mikl-Leitner in ihren Dankesworten. Sie freue sich auf eine gute Zusammenarbeit.

Ihr Vorgänger an der Spitze der Volkspartei Niederösterreich, der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll, hatte sich bei Landesparteitagen sechs Mal der Wahl gestellt. Er hatte dabei von 83,9 bis 98,4 bzw. zuletzt 98 Prozent Zustimmung erreicht.

Im ähnlichen Bereich wie bei Mikl-Leitner bewegte sich auch die Zustimmung für die fünf Stellvertreter der Landesparteiobfrau: Seniorenbund-Landesobmann-Stv. Magdalena Eichinger, Wirtschaftskammer-NÖ-Vizepräsident LAbg. Kurt Hackl, die stellvertretende Landesleiterin von "Wir Niederösterreicherinnen", Andrea Kö, Bauernbund-Direktorin Klaudia Tanner sowie JVP-Bezirksobmann-Stv. Bgm. Michael Wurmetzberger.

Die Volkspartei Niederösterreich sei die "natürliche Heimat für die breite Mitte", Partei für die Fleißigen und gestaltende Kraft im Land, betonte Mikl-Leitner. "Niederösterreich braucht uns. Und ich brauche euch", spielte sie auf die Landtagswahl 2018 an.

Angesichts neuer Aufgaben starte die ÖVP Niederösterreich ihren Programmprozess. Dabei sollen die Positionen gemeinsam - "nicht von oben herab" - festgelegt werden. "Mit diesem Stil werden wir in der Zukunft weiter erfolgreich sein", zeigte sich Mikl-Leitner überzeugt. "Ich will, dass die ÖVP die Partei für die Fleißigen und Niederösterreich das Land für die Tüchtigen ist", so Mikl-Leitner.

Die Arbeit in den letzten Jahrzehnten hätte keiner besser machen können als Erwin Pröll. So wie er vor 25 Jahren neue Perspektiven aufgezeigt habe, befinden wir uns "heute in einer Zeit, in der wir uns zu neuen Wegen aufmachen müssen". Man könne dabei "auf das beste Niederösterreich bauen, das es je gab".

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hob Mikl-Leitners Mut - auch bei Gegenwind - hervor. Sie sei als Innenministerin viel kritisiert worden wegen der Schließung der Balkanroute, "heute ist das gelebte Solidarität". Der ÖVP-Chef nannte "unendlichen Fleiß, Vision und Teamorientierung" als Eigenschaften der designierten ersten Landeshauptfrau des Bundeslandes. Niederösterreich beschrieb er als "Chancenregion im 21. Jahrhundert, die begriffen hat, dass Wissenschaft und Technologie Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft sind". Pröll habe "wirklich Großartiges" erreicht.

Außenminister Sebastian Kurz meinte in einer Interviewrunde, er habe Mikl-Leitner kennen und schätzen gelernt "als eine, die unfassbar fleißig ist" und eine ungeheure Energie besitze. Sie "steht wie ein Bollwerk, unabhängig davon, wie stark der Gegenwind gerade ist", meinte Kurz, das habe sie als Innenministerin bei der Schließung der Balkanroute bewiesen. Der Außenminister blickte in seinem Statement zurück auf seine Zeit als Staatssekretär und dankte Mikl-Leitner für ihre Unterstützung.

Am 19. April steht in einer Sondersitzung des Landtags ihre Wahl zur ersten Landeshauptfrau des Bundeslandes an. Damit erreicht die Politkarriere der vormaligen Innenministerin einen weiteren Höhepunkt. Wer Pröll nachfolge, müsse in große Fußstapfen treten, meinte die 53-Jährige anlässlich ihrer Designierung durch den Landesparteivorstand im Jänner, erinnerte aber gleichzeitig daran, dass sie das politische Handwerk vom Langzeit-Landeshauptmann gelernt habe.

Als Innenministerin - ab 2011 - kämpfte sie monatelang mit den Ländern verbissen um jeden Quartier-Platz und legte Vorschlag um Vorschlag zur Eindämmung des Flüchtlingsstroms vor. Am Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 war es ihren Bemühungen - gemeinsam mit Außenminister Sebastian Kurz - zu danken, dass die Balkan-Route geschlossen wurde, erinnerte Pröll in seiner Abschiedsrede beim Parteitag am Freitag.

(APA)

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