Quelle: ZAMG

Kern schlägt Rendi-Wagner als Oberhauser-Nachfolgerin vor

07.03.2017 - 22:46
Pamela Rendi-Wagner wird neue Ministerin© APAPamela Rendi-Wagner wird neue Ministerin

Bundeskanzler Christian Kern wird Pamela Rendi-Wagner in den SPÖ-Gremien am Mittwoch als neue Gesundheits- und Frauenministerin vorschlagen. Das hat sein Sprecher Nikolai Moser am Dienstagnachmittag via Twitter bestätigt. Sie soll der kürzlich verstorbenen Ministerin Sabine Oberhauser nachfolgen.

Formell wird dies Mittwochfrüh in Präsidium und Vorstand der Sozialdemokraten besiegelt. Gegen 9.30 Uhr ist dann eine Pressekonferenz vorgesehen. Die Angelobung der bisherigen Sektionschefin im Gesundheitsministerium könnte kommenden Montag erfolgen. Tags darauf soll sie dem Parlament vorgestellt werden.

SPÖ-Chef Bundeskanzler Christian Kern hat für Mittwoch die Parteigremien zusammengetrommelt. Das Präsidium tritt um 8.00 Uhr im Parlament zusammen, danach tagt der Vorstand, bestätigte die SPÖ am Dienstag der APA.

In der ORF-"Zeit im Bild" um 17.00 Uhr bezeichnete Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) Pamela Rendi-Wagner als bekannte und hervorragend qualifizierte Expertin im Gesundheitsbereich. Sie kenne aber auch Sorgen und Nöte der Frauen in der Arbeitswelt und Gesellschaft.

Rendi-Wagner sei "eine Frau, die eine beachtliche Berufskarriere gemacht hat, mit beiden Beinen im Leben steht". Aus all diesen Gründen werde er dem Bundespräsidenten und dem SPÖ-Vorstand vorschlagen, sie zur Nachfolgerin der verstorbenen Sabine Oberhauser zu machen.

Dr. Joy Pamela Rendi-Wagner hat schon eine steile wissenschaftliche Karriere hinter sich. Nach der Promotion an der Medizinischen Universität Wien 1996 machte sie ihre Facharztausbildung in London. Sie ist Expertin für Impf-Prävention, Reisemedizin und Infektionsepidemiologie und arbeitete über zehn Jahre wissenschaftlich am Institut für Tropenmedizin der Medizinischen Uni Wien. Dort etablierte sie als Projektleiterin unter anderem ein Netzwerk zur flächendeckenden epidemiologischen Überwachung wichtiger Infektionskrankheiten - und lieferte mehrere Studien, die zur wissenschaftlichen Grundlage für impfpolitische Entscheidungen wurden. Dass das empfohlene Intervall für die Zeckenschutzimpfung von drei auf fünf Jahre hinaufgesetzt wurde, ist eines der Ergebnisse von Rendi-Wagners Impf-Forschungen. 2008 habilitierte sie zum Thema Prävention durch Impfschutz.

Danach verbrachte die Mutter von zwei aufgeweckten Mädchen, wie Rendi-Wagner ihre beiden Töchter selbst bezeichnet, einige Jahre in Israel, wo sie als Gastprofessorin an der Universität Tel Aviv wirkte. Ihr Mann Michael Rendi war österreichischer Botschafter in Israel. Nach der Berufung seiner Frau ins Gesundheitsministerium nach Wien kehrte auch Michael Rendi nach Österreich zurück. "Das tut er auch wegen mir", sagte Pamela Rendi-Wagner damals. Ihr Mann ist seit dem Vorjahr als Kabinettschef von SPÖ-Kulturminister Thomas Drozda im Bundeskanzleramt tätig. Rendi-Wagner selbst ist Mitglied im Bund sozialdemokratischer Akademiker (BSA). Bei den SPÖ-Frauen ist sie allerdings im Gegensatz zu Oberhauser nicht verankert, ebenso wenig im ÖGB.

Der damalige Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) holte Rendi-Wagner mit 1. März 2011 als Leiterin der Sektion III für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und medizinische Angelegenheiten sowie als Generaldirektorin für die öffentliche Gesundheit in sein Ressort. In dieser Funktion wurde sie der Öffentlichkeit bald als Krisenmanagerin bekannt. Eloquent und fachlich kompetent trat sie im Fernsehen auf, um die Bevölkerung etwa nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima, bei gehäuften Auftreten von Virusinfektionen oder als Verfechterin des nationalen Impfplanes zu informieren und auch zu beruhigen. Komplizierte Zusammenhänge stellte sie dabei einfach und auf den Punkt gebracht dar. Einer Panikmache vorzubeugen war dabei ihr Ziel. Von der "Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich" der Wirtschaftskammer wurde sie im November 2015 zur Gesundheitsmanagerin des Monats gewählt.

Federführend war Rendi-Wagner als Sektionschefin bei der Erarbeitung der Rahmen-Gesundheitsziele. Als Erfolg wertet sie, dass es ihr dabei gelungen sei, mit ihrem Team die politikübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Gesundheit erfolgreich in Österreich zu etablieren. Für ihre Arbeit nennt sie "den Teamgeist aller Mitarbeiter" als einen zentralen Faktor, um positive Ergebnisse zu erzielen. Im Gesundheitsministerium sieht sie das koordinierte und abgestimmte Vorgehen aller Systempartner (Bund, Länder, Sozialversicherung) als eine spannende Herausforderung. Das Ministerium ist ihrer Auffassung nach oft "Brückenbauer, Mediator und Advokat zwischen den unterschiedlichen Partnern".

(APA)

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