Griechenland kann auf die Rettung vor dem Staatsbankrott in letzter Minute hoffen. Am Montag wollen die Euro-Staaten endgültig den Weg für das neue Griechenland-Paket von mindestens 130 Milliarden Euro frei machen. Das kündigte der Vorsitzende der Eurogruppe, Juncker, am Mittwochabend an. In Athen hieß es, der freiwillige Anleihentausch mit den Privatgläubigern werde ebenfalls am Montag verkündet.
Nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern erklärte Juncker, er sei zuversichtlich, dass dann "alle notwendigen Entscheidungen" getroffen werden könnten. Es habe auf dem Weg zu dem neuen Paket erhebliche Fortschritte gegeben. Die Euro-Finanzminister hatten ein für Mittwochabend geplantes Sondertreffen wegen zunächst fehlender Fortschritte abgesagt und sich stattdessen in einer rund dreistündigen Telefonkonferenz verständigt.
Seit Dienstag habe es erhebliche Fortschritte gegeben, sagte Juncker. So hätten die Europartner starke Zusagen der Chefs der beiden großen Parteien erhalten, die die Koalitionsregierung in Athen tragen. Auch gebe es mehr Klarheit über die zusätzlichen Sparmaßnahmen von 325 Millionen Euro, die die Eurostaaten von Griechenland als eine der Vorbedingungen gefordert hatten.
Juncker sagte auch, dass die "Troika" von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds ihren Bericht zur sogenannten Schuldentragfähigkeit Griechenlands abgeschlossen habe. Dabei geht es um die Forderung der internationalen Geldgeber, dass Athen bis Ende des Jahrzehnts seine gesamtstaatliche Verschuldung auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung senkt nach derzeit rund 160 Prozent.
Allerdings gab es auch Misstöne aus Athen. Griechenlands Staatspräsident Papoulias ging mit dem deutschen Finanzminister Schäuble wegen der harten Haltung Deutschlands in der Schuldenkrise scharf ins Gericht. "Ich kann nicht hinnehmen, dass Herr Schäuble mein Land beleidigt", sagte Papoulias am Mittwoch sichtlich erbost. "Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland kränkt? Wer sind die Niederländer? Wer sind die Finnen?", fügte der 82-Jährige während eines Mittagessens mit dem Verteidigungsminister und Spitzenvertretern des Militärs hinzu. Deutschland, Finnland und Niederlande hatten zuvor laut über eine Verschiebung des Griechenland-Pakets nachgedacht.
Auch in der griechischen Bevölkerung wächst der Unmut über die Forderungen Deutschlands. Demonstranten verbrannten bereits deutsche Fahnen. In Zeitungen wurde eine Fotomontage von Bundeskanzlerin Merkel mit einer Nazi-Uniform veröffentlicht.
(APA/dpa)

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