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Warten auf Schlussakkord zum Griechenland-Paket

02.02.2012 - 16:43
Josef Ackermann, scheidender Deutsche Bank-Chef© APA (dpa)Josef Ackermann, scheidender Deutsche Bank-Chef

Die Anzeichen für einen baldigen Abschluss der Verhandlungen über eine Rettung Griechenlands mehren sich - doch der letzte Federstrich fehlt noch immer. Sowohl die Gespräche über einen Forderungsverzicht der privaten Anleihen-Gläubiger wie auch die Gespräche der Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB über ein zweites Rettungspaket stehen nach Angaben Beteiligter kurz vor dem Abschluss.

Der scheidende Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann, der auch beim Internationalen Bankenverband IIF an der Spitze steht, sprach von einem Schuldenschnitt von 70 Prozent und mehr. Mit Blick auf den großen Griechenland-Gläubiger EZB forderte er, alle müssten sich an der Entlastung beteiligen. Auf eine nahe Einigung deutet auch ein Treffen der Finanzminister der Euro-Länder am Montag in Brüssel hin, bei dem es um das Griechenland-Paket gehen dürfte.

Damit scheint sich die wochenlange Hängepartie zur Rettung des völlig überschuldeten südeuropäischen Euro-Landes dem Ende zuzuneigen. Mit einer abschließenden Vereinbarung zum Forderungsverzicht der privaten Anleihengläubiger sei noch in dieser Woche zu rechnen, erklärte der IIF, der für die privaten Banken die Verhandlungen mit der griechischen Regierung führt.

Ähnlich äußerte sich Ackermann. Eindringlich warnte er vor einer ungeordneten Staatspleite Griechenlands, von der hohe Ansteckungsgefahren ausgehen würden. "Wenn Griechenland fallen sollte, ist nicht auszuschließen, dass Portugal der nächste Kandidat auf dieser langen Liste ist", sagte er. Auch von einem Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hält er nichts.

Von einer zweiten Verhandlungsfront kamen weitere günstige Signale. In den Gesprächen über die Voraussetzungen für ein zweites Rettungspaket von IWF und Europäern, das mit dem Forderungsverzicht der privaten Gläubiger verknüpft ist, seien nur noch drei oder vier Punkte offen, sagte ein Sprecher der griechischen Regierung. Das zweite Paket von Euro-Ländern und IWF umfasst zusätzlich eine Summe von 130 Mrd. Euro, die aber wahrscheinlich nicht ausreicht. Von Griechenland fordern die Partnerländer weitere Reformen und Einsparungen. Athen überlegt nun, einen eigenen Sparkommissar einzusetzen. Dieser solle umfangreiche Befugnisse haben. Darunter fallen auch sofortige Kürzungen von Pensionen oder die Schließung staatlicher Betriebe.

Unterdessen ist der Vertrag für den permanenten Euro-Rettungsschirm (ESM) am Donnerstag von den Botschaftern der Euro-Staaten in Brüssel unterzeichnet worden. Der Vertrag kann nun von den nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Der ESM soll im Juli in Kraft treten.

(APA/Reuters)

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