Quelle: ZAMG

Spaniens Kirche wirbt mit WM-Tor gegen Abtreibung

18.03.2011 - 08:28
"Es gibt immer einen Grund zu leben"© APA (Archiv/epa)"Es gibt immer einen Grund zu leben"

Die katholische Kirche Spaniens hat die Fußball-Begeisterung der Spanier für ihre Zwecke genutzt. Mit einem Video, in dessen Mittelpunkt das WM-Siegestor von Spaniens Mittelfeldstar Andres Iniesta steht, wirbt die spanische Bischofskonferenz (CEE) derzeit für die Teilnahme an der von ihr landesweit geplanten Protestkundgebung gegen das neue Abtreibungsgesetz in Spanien.

Das Video zeigt verschiedene Menschen in schweren Lebenssituationen - ein krankes Kind, das an seinem Geburtstag allein zu Hause sitzt, ein gehbehindertes Pärchen im Rollstuhl, einen Mann, der am Krankbett seines alten Vaters im Krankenhaus sitzt. Die Szenen werden von der aufreibenden Radio-Übertragung des WM-Spiels zwischen Spanien und Holland begleitet. Als Iniesta den Siegtreffer erzielt, fällt der Mann seinem vor Freude weinenden, kranken Vater in die Arme, das Kind wird von Freunden überrascht, das Pärchen gesteht sich seine Liebe. Das Video schließt mit den Worten "Es gibt immer einen Grund zu leben".

Mit dieser etwas ungewöhnlichen, aber Aufmerksamkeit erregenden Video-Botschaft will die Kirche die Menschen animieren, am 25. März, am "Tag des ungeborenen Lebens", gegen das erst Mitte Februar endgültig vom spanischen Parlament verabschiedete neue Abtreibungsgesetz in Spanien zu protestieren. Der Madrider Weihbischof und Sprecher der spanischen Bischofskonferenz Martinez Camino bezeichnete das neue Abtreibungsgesetz, das zu den weltweit liberalsten überhaupt gehört, als einen "gravierenden Rückschritt für das Recht auf Leben".

Künftig sind Abtreibungen in Spanien jetzt aber bis zur 14. Schwangerschaftswoche legal. Voraussetzung ist lediglich eine Beratung in einem Gesundheitszentrum. Bis zur 22. Woche wird eine Abtreibung im Falle schwerer gesundheitlicher Risiken für die Mutter oder von Missbildungen des Fötus möglich sein. Für spätere Abtreibungen ist das Einverständnis eines Ärztekomitees erforderlich. Lässt eine Frau außerhalb dieses Rahmens abtreiben, droht ihr in Spanien allerdings keine Gefängnisstrafe mehr, sondern nur noch ein Bußgeld.

Minderjährige Mädchen ab 16 Jahren können künftig ohne Einverständnis ihrer Eltern abtreiben lassen, müssen aber zumindest ein Elternteil vor der Abtreibung über ihre Entscheidung in Kenntnis setzen

(APA)

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