Quelle: ZAMG

Merkel will Zusammenarbeit mit Netanyahu ausbauen

06.12.2012 - 16:58
Netanyahu ist gerade zu Besuch in Deutschland© APA (epa)Netanyahu ist gerade zu Besuch in Deutschland

Trotz erheblicher Differenzen in der Nahost-Politik hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Merkel uneingeschränkt an die Seite Israels gestellt. Deutschland wolle nicht nur für die Sicherheit des jüdischen Staates eintreten, sondern auch die Beziehungen auf allen Gebieten ausbauen, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Netanjahu.

Angesichts der jüngsten Kämpfe zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen sowie der Aufwertung der Palästinenser-Gebiete durch die UNO bemühten sich Merkel und Netanjahu um einen harmonischen Auftritt. Beide hatten bereits am Mittwochabend drei Stunden über die Konflikte im Nahen Osten diskutiert, wobei die Kanzlerin nach Teilnehmerangaben darauf drang, dass Israel sich aktiver um eine Aussöhnung mit den arabischen und palästinensischen Nachbarn bemühen müsse.

Zugleich pochte auch Merkel auf neue Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern und warnte vor weiteren einseitigen Schritten. In diesem Zusammenhang kritisierte sie den israelischen Siedlungsbau.

Netanyahu dankte Merkel mehrfach für ihr Engagement für sein Land. "Es ist absolut klar, dass ich keine Zweifel an Ihrer Verpflichtung zu Israel habe", sagte er. Allerdings kritisierte er wie zuvor in einem Zeitungsinterview das Abstimmungsverhalten der Europäer und Deutschlands in der Vollversammlung: "Ich habe gesagt, dass ich enttäuscht war. Ich weiß, dass sie (Merkel) dachte, dass dies den Frieden voranbringen würde. Ich glaube, dass er nun schwieriger wird."

Die Kanzlerin verteidigte die Enthaltung Deutschlands, denn die Palästinenser hätten "eine gewisse Bewegung" bei der Anerkennung Israels gezeigt. Zugleich betonte auch sie, dass die von den Palästinensern forcierte UNO-Abstimmung aus ihrer Sicht neue Nahost-Verhandlungen erschwere.

Die Europäische Union betonte indes gegenüber dem israelischen Botschafter ihre Besorgnis über die Siedlungspolitik des Landes betont. Der oberste Beamte des diplomatischen Dienstes der EU, Pierre Vimont, habe in einem Gespräch mit Israels EU-Botschafter David Walzer die Besorgnis der EU über Israels Ankündigung unterstrichen, sagte eine Sprecherin. Die EU hatte am Mittwoch angekündigt, den israelischen Botschafter zu sich zu zitieren.

(APA/ag.)

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